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Atheismus-Welle „muss kein schlechtes Zeichen sein“

(16. Januar 2008/idea/fa.) – Ein aggressiver Atheismus – wie er derzeit propagiert wird – „muss kein schlechtes Zeichen sein“. Dieser Ansicht ist der scheidende Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Pastor Peter Strauch.

Die gegenwärtige Atheismus-Welle könne auch bedeuten, „dass der Feind Gottes sich durch einen geistlichen Aufbruch der Gemeinde Jesu herausgefordert sieht“, sagte Strauch in einem Interview mit idea.
Der 65-Jährige, der seit 1991 an der Spitze der rund 36.000 Mitglieder zählenden Freikirche steht, wird am 19. Januar in den Ruhestand verabschiedet. Von 2000 bis 2006 war er auch Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz. Zur Frage, warum trotz vieler evangelistischer Modelle alle Landeskirchen und viele Freikirchen in Deutschland schrumpfen, sagte Strauch: „Ich begrüsse alle Modelle, die versuchen, das Evangelium dem heutigen Menschen bestmöglich zu vermitteln.“ Aber der zentrale Schlüssel sei und bleibe „das unmittelbare Reden Gottes zu den Menschen“. Deshalb seien Christen so sehr auf das Gebet angewiesen.

Gott habe im 18. und 19. Jahrhundert grosse Erweckungen im deutschsprachigen Raum geschenkt. Aber wenn man das Warum untersuche, finde man keine logischen Gründe dafür: „Es ist und bleibt das souveräne Handeln Gottes.“ Skeptisch äusserte sich der Präses zu „vielen Ankündigungen von Erweckungen“. Wenn eine Erweckung komme, „freue ich mich, aber wichtiger ist mir, dass wir unabhängig davon unsere Arbeit tun“.

Pragmatisch äussert sich Strauch zur Aufgabe der Frau in den Gemeinden. Er habe kein Problem damit, wenn Frauen predigen. Selbst die Mitarbeit von Frauen in Ältestenkreisen hält Strauch für legitim. Problematisch werde es für ihn dann, wenn mit der Berufung der Frau eine besondere und übergreifende geistliche Leitungsverantwortung der Gemeinde verknüpft sei. Das müsse bei Pastoren zwar nicht so sein, sei aber de facto oft der Fall.

Gott habe Männer und Frauen zwar völlig wertgleich geschaffen, aber ihnen unterschiedliche Rollen zugedacht. Gott habe Männern eine besondere Rolle der Verantwortung und Fürsorge anvertraut. Er halte die Berufung von Pastorinnen für problematisch, so Strauch mit Hinweis auf neutestamentliche Aussagen. Allerdings handele es sich dabei nicht um eine heilsentscheidende Frage. Man könne in den Freien evangelischen Gemeinden unterschiedlicher Meinung sein.

Der Bund der Freien evangelischen Gemeinden ringt mit der Frage, ob Frauen zum Pastorenamt zugelassen werden sollen. Dessen Bundestag (Synode) will im September eine Entscheidung treffen.

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