Gemeindegründung begann mit einem Ei
(23. Januar 2008/dmg./tv) - Mission in ärmeren Ländern erfordert nicht zwangsläufig viel Geld aus dem Westen. Diese Überzeugung vertritt der Direktor der „World Mission Associates“, Glenn Schwartz (Lancaster, Pennsylvania). In der Dezember-Ausgabe des Magazins „Mission Frontiers“ schildert Schwartz, der früher selbst Missionar in Afrika war, ein eindrückliches Beispiel aus dem Togo.
Man kann auch mit den einfachen Mitteln der Menschen vor Ort beginnen und eindrucksvolle Ergebnisse erzielen. Ein Gemeindeverband im afrikanischen Togo hat mit Kreativität und viel Einsatz ein grosses Evangelisations- und Gemeindegründungsprojekt organisiert und eigenständig finanziert.
Ziel der afrikanischen Gemeinden war es, in einer bis dahin kaum mit dem Evangelium erreichten Region des Togo Menschen für Jesus gewinnen. Bei der Planung jedoch mussten sie feststellen, dass ihre Aktion wesentlich teurer würde, als gedacht: 100.000 Dollar wurden benötigt. Was sollten sie tun? Die Gemeindeleiter berieten. Einige meinten, dass dieser Betrag unmöglich sei. Ein anderer schlug vor, die einzelnen Gemeindeglieder aufzufordern, das zu geben, was ihnen möglich wäre: Wer ein Ei übrig habe, dürfe dieses spenden. Wer ein Huhn habe, könne dieses beisteuern. Wenn jemand eine Kuh entbehren könne, sei auch diese als Spende für die evangelistische Aktion erwünscht.
So setzten die afrikanischen Christen in die Tat um, was Paulus in der Bibel (2. Korinther 8,12) beschreibt: „Wenn der gute Wille da ist, ist er willkommen mit dem, was jemand hat, nicht mit dem, was jemand nicht hat.“ Zur Überraschung vieler hatten sie am Ende mehr als 100.000 Dollar. So viel mehr, dass sie noch einen Kleinbus für den Transport kaufen konnten. Die missionarische Aktion begann. Es entstanden 33 neue Gemeinden in einer bis dahin weitgehend unerreichten Region Westafrikas. Ein grosser Erfolg, ganz ohne Finanzhilfe aus dem Ausland.
Glenn Schwartz kommentiert die Hingabe und den Einsatz dieser afrikanischen Christen: „Wer die kulturübergreifende Gemeindegründung mit Mitteln aus dem Westen in solchen Gegenden verteidigt, hat oft noch nicht verstanden, welche Kraft in der Kreativität der Bevölkerung vor Ort und in ihren einfachen Ressourcen steckt.“ Westliche Missionare kämen viel zu selten auf den Gedanken, einen Missionseinsatz mit einem einzelnen Ei zu beginnen.
Geldgeschenke von aussen schafften oft ungute Abhängigkeiten, und sie bremsten das Engagement der Christen vor Ort. In der Mission heute komme es deshalb besonders darauf an, einheimische Christen zu motivieren, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken. Selbst durch scheinbar „arme“ Gemeinden könne Gott in grossartiger Weise handeln. Sie geistlich zu fördern, und herauszufordern, selbst aktiv zu werden, sei das Gebot der Stunde, so Schwartz. Quelle: Deutsche Missionsgemeinschaft
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