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Ägypter riegeln Rafah-Übergang teilweise ab

(25. Janauar 2008/inn.) - Die ägyptischen Grenzposten haben die Bewegungsfreiheit der Palästinenser am Rafah-Übergang wieder eingeschränkt. Mit ihren Schutzschilden stellen sie sich Bewohnern des Gazastreifens entgegen, die nach Ägypten gelangen wollen.

An der grössten Bresche in der früheren Metallabsperrung warfen verärgerte Palästinenser deswegen Steine auf die Ägypter. Es kam zu Schlägereien mit Polizisten. Schüsse wurden in die Luft abgegeben. Die Grenzbeamten liessen nur Bewohner des Gazastreifens passieren, die dorthin zurückkehren wollten. Am Donnerstag begannen die Sicherheitskräfte zudem, Palästinenser aufzuhalten, die tiefer in das ägyptische Gebiet einreisen wollten. Das berichtet die "Jerusalem Post".

Auf der palästinensischen Seite der Grenze positionierten sich Dutzende bewaffnete Hamas-Anhänger. Sie untersuchen das Gepäck der zurückkehrenden Palästinenser auf Waffen, Drogen und andere verbotene Waren. 

Unterdessen warnte die Anti-Terror-Einheit im Büro des israelischen Premierministers die Bürger vor Reisen in den Sinai. Sie forderte Israelis, die sich schon in dem ägyptischen Gebiet aufhalten, zur Rückkehr auf. Denn sie vermutet unter den zahlreichen Palästinensern, die in den vergangenen Tagen die Grenze nach Ägypten überquert haben, auch viele Terroristen. Diese könnten zu einer Gefahr für israelische Touristen werden.

Auch Ägypten ist besorgt, schreibt die Tageszeitung "Ha´aretz". Ein Vertreter der Anti-Terror-Einheit merkte an, dass die offene Grenze es zudem erleichtere, einen entführten Israeli in den Gazastreifen zu schmuggeln.

Am Freitagmorgen lagen dem israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Beit elf konkrete Terrorwarnungen vor. Die meisten bezogen sich auf Palästinenser, die aus dem Gazastreifen in den Sinai gelangt sind. Die Sicherheitskräfte rechnen auch damit, dass Terrorgruppen zunächst eine Schmugglerbande nach Israel schicken könnten, um die Aufmerksamkeit der Grenzposten zu testen.

Beobachter meinen, dass der Sturm auf den Rafah-Übergang am Mittwochmorgen die Beliebtheit der Hamas unter den Palästinensern deutlich erhöht hat. Denn die im Gazastreifen herrschende Gruppierung könne es für sich verbuchen, die international gestützte israelische Blockade durchbrochen zu haben. Diese hatte nach dem Wahlsieg der Hamas vor knapp zwei Jahren begonnen.
Quelle: Israelnetz.de

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