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Schuld nicht bagatellisieren

(31. Januar 2008/idea) – Die christliche Verkündigung ist vielerorts schwach, „weil sie nicht von der persönlichen Erfahrung der Vergebung geprägt ist“. Davon ist der evangelische Theologieprofessor Peter Zimmerling (Leipzig) überzeugt.

Durch die Vergebungsbereitschaft unterscheide sich das frühe vom heutigen Christentum, sagte Zimmerling er auf einer Tagung der Geistlichen Gemeindeerneuerung (GGE) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) Ende Januar in Schmitten-Dorfweil (Taunus).

Zur Begründung verwies er auf die Apostel Paulus und Petrus. Paulus sei ein „Erzverfolger“ der ersten Christen gewesen, und Petrus habe seinen Herrn verraten, sagte der Theologe den 150 Tagungsteilnehmern. Im Laufe der Kirchengeschichte sei die Botschaft von der bedingungslosen Annahme des Menschen durch Gott immer mehr gegenüber der Heiligung – dem Lebensstil oder der Ethik als Christ – zurückgetreten. Erst der Reformator Martin Luther (1483-1546) habe neu betont, dass Gott den Menschen seine Gnade und Liebe schenke.

Laut Zimmerling gehört das Schuldigwerden zum Menschsein. Eine Leugnung oder Bagatellisierung der Schuld würde das Menschsein missachten. Der Theologe bedauerte, dass nicht die christliche Seelsorge die befreiende Kraft des Redens über Nöte und Ängste entdeckt habe, sondern der atheistische Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856-1939): „Aussprechen, was Not macht, das wäre doch unser ureigenes Metier gewesen.“

Das Bekenntnis des Versagens hält Zimmerling „für den Königsweg der Heiligung“. Er plädierte für eine „gottesdienstliche Lebensführung“. Dazu gehöre, der Güte Gottes zu trauen, das Wort Gottes zu ehren, Gottes Herrschaft zu bekennen und in Gemeinschaft mit anderen Christen zu leben.



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