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Herbst fordert mehr Tiefgang

(08. Februar 2008/idea) – Für mehr inhaltliche Tiefe in Predigten hat sich der Greifswalder Theologieprofessor Michael Herbst am Willow-Creek-Kongress ausgesprochen.

„Ich liebe Predigten, die witzig sind und gute Geschichten erzählen, aber unsere Predigten brauchen auch Tiefgang und müssen den Glauben unserer Gemeinden formen können“, sagte er auf dem Leitungskongress von Willow Creek Deutschland in Oberhausen.

Das Studium der Bibel sei vergleichbar mit dem Essen von Schwarzbrot, so der Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung. Es gehe nicht nur darum zu wissen, dass Jesus jeden Menschen liebt. Predigten sollten auch Themen behandeln wie die Rechtfertigung des Sünders vor Gott, die Wiederkunft Jesu oder die Frage, was es bedeute, dass Jesus zugleich Mensch und Gott war. Ein "Gospeltainment“ (Evangeliumsunterhaltung) und die tägliche Kurz-Bibellese im Andachtsbuch Losungen reichten dafür nicht aus.

Herbst wandte sich ferner gegen die These des atheistischen Bestsellerautors Richard Dawkins („Der Gotteswahn“), dass durch die monotheistischen Religionen viel Gewalt über die Welt gekommen sei. Die schlimmsten Völkermorde und die grösste Gewalt im 20. Jahrhundert seien nicht von religiösen Menschen ausgegangen, sondern von den atheistischen Diktaturen der Nationalsozialisten und Stalinisten. Herbst forderte die Besucher auf, viel zu lesen und weisen Menschen zuzuhören. Das geistliche Wachstum sei vergleichbar mit einem Marathon-Lauf, bei dem es wichtig sei, genug Kalorien zu haben. 

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