Senioren machen Aktiv-Urlaub
(11. Februar 2008/idea) – Einen Urlaub unter Palmen planen viele; Hunderttausende Christen wollen sich aber nicht verwöhnen und bedienen lassen, sondern selbst dienen. Zunehmend planen Senioren einen missionarischen Aktiv-Urlaub. Sie helfen in Entwicklungsländern, zum Beispiel bei Bauprojekten.
In den USA schätze man, dass jährlich rund 1,6 Millionen Christen ihre Ferien für solche Einsätze nutzen, berichtet der Informationsdienst Assist (Lake Forest/Kalifornien). Zur Vermittlung dieser selbst finanzierten Kurzeinsätze seien spezielle Agenturen entstanden.
So hat STEM International (Minneapolis/Bundesstaat Minnesota) in diesem Jahr besonders Urlaubseinsätze in der Karibik im Angebot. In der Dominikanischen Republik gilt es, die Schäden zu beseitigen, die der Wirbelsturm Noel im vergangenen Jahr hinterlassen hat.
STEM (Short Term Evangelical Missions/Evangelikale Kurzzeit-Mission) schätzt, dass rund 50.000 christliche Gemeinden in den USA jedes Jahr Mitglieder auf Kurzeinsätze schicken. Wycliffe Associates (Orange/Kalifornien) ist eine Organisation zur Unterstützung der weltweiten Arbeit der Wycliff-Bibelübersetzer. Das Werk baut ein Zentrum zur Mobilisierung und Schulung von Kurzzeitmissionaren in Orlando (Florida) auf. Rund 1.500 Ehrenamtliche engagieren sich auf diese Weise. Sie suchen, wie es in einer Mitteilung heisst, „einen Urlaub mit Sinn“.
Auch in Deutschland ziehen Kurzeinsätze von Vorruheständlern und Rentnern immer weitere Kreise, wie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), Detlef Blöcher (Sinsheim bei Heidelberg), idea auf Anfrage sagte. Er befürworte solche Einsätze. Sie seien dann besonders sinnvoll, wenn sie etwa in einer Gruppe geschähen und von einem erfahrenen Missionar vor Ort begleitet würden, um kulturell einfühlsam vorzugehen.
Auch für Einzelpersonen böten sich Einsätze an, die mit speziellen Aufgaben verbunden seien. So könne etwa ein Bankfachmann bei der Buchprüfung einer evangelikalen Einrichtung, etwa einer Bibelschule, in Missionsländern helfen. Die Deutsche Missions-Gemeinschaft (DMG), die Blöcher als Direktor leitet, habe ein Programm „50 plus“ Einsätze eingerichtet. Bisher engagierten sich etwa 10 bis 20 Personen pro Jahr jeweils für mehrere Wochen. Auch andere Missionswerke unterhielten solche Programme. Der grosse Nutzen für die Senioren sei, dass sie persönliche Beziehungen zur Mission aufbauten.
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