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„Christival“-Diskussion: Meinungsfreiheit in Gefahr

(12. Februar 2008/fa.) – Gegenwärtig steht das christliche Jugendtreffen „Christival“ im Brennpunkt der Öffentlichkeit. Auf Druck der Partei der „Grünen“ wurde ein Seminar zum Thema „Homosexualität“ abgesagt. Doch damit ging die Auseinandersetzung erst recht weiter.

Volker Beck vom Bündnis 90/Die Grünen hatte Anfang Januar öffentlich gegen ein Seminar am „Christival“ protestiert, das den Titel hatte „Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung“. Daraufhin wurde es abgesagt. Die Veranstalter wollten verhindern, dass sich die Debatte um dieses Thema weiter hochschaukelt und von anderen wichtigen Themen des Treffens ablenkt. Das könnte ein Fehler gewesen sein. Denn die erhoffte Ruhe ist nicht eingetreten.

Als die Anfrage bekannt wurde, hätte man eigentlich eine Solidaritätswelle von Landes- und Freikirchen und auch von Christen in der Politik erwarten müssen. Aber ausser von der Deutschen Evangelischen Allianz und dem CVJM kam nichts. Wie „ideaspektrum“ schreibt, hätte die Redaktion viele Verantwortliche angerufen. Aber kaum einer wollte sich dazu äussern. „Aus Angst?“, fragt das evangelische Blatt.

Politiker Beck jedenfalls zog seine Kampagne weiter. In einem Brief an die Mitglieder des Kuratoriums des „Christivals“ versuchte er den „Christival“-Vorsitzenden Roland Werner zu diskreditieren. Werner habe Bücher geschrieben und Vorträge gehalten, die eine „Homosexuellenheilung“ zum Thema hätten. Solche Angebote seien „Teil einer minderheitenfeindlichen und antihomosexuellen Debatte“. Beck, der nach eigenen Angaben in einer „schwulen Lebensgemeinschaft“ lebt, fragt die Mitglieder des Kuratoriums, wie sie „entsprechende Vorgänge“ beim “Christival“ bewerteten und ob sie bereit seien, „gemeinsam mit anderen dieser homosexuellenfeindlichen Kampagne entgegenzutreten“.

In einer „Kleinen Anfrage“ der Grünen-Fraktion an die Bundesregierung ist von „fundamentalistischen ‚Heilungs’-Scharlatanen“ die Rede. Das grenze an den Straftatbestand der Beleidigung, sagt Jürgen Werth, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz. In der Anfrage der Grünen an die Regierung heisst es, man wolle wissen, welche Erkenntnisse die Regierung habe über „antihomosexuelle Veränderungsmassnahmen“.

Becks Protest zieht Kreise. Inzwischen übt auch „Pro Familia“ Protest an einem „Christival“-Seminar. Sie stösst sich am Thema „Sex ist Gottes Idee – Abtreibung auch?“

Inzwischen gehe es um nichts weniger als die Meinungs- und Religionsfreiheit in Deutschland. Das meint jedenfalls einer der prominentesten Pfarrer, ProChrist-Sprecher Ulrich Parzany. Und er fordert die Christen in der neuesten Ausgabe von „ideaspektrum“ auf: „Steht auf, wenn ihr Christen seid!“

Tatsächlich hat seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland keine Bundestagsfraktion derart versucht, die Meinungsfreiheit von Christen einzuschränken. Am Mittwoch, 13. Februar, ist Fragestunde im Bundestag. Dann müssen die „Christival“-Verantwortlichen Roland Werner, Heiko Linke und Steve Volke Red und Antwort stehen.

"Christival": Homoseminar wieder abgesetzt

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