Bundesregierung: "Homosexualität nicht therapierbar"
(14. Februar 2008/fa.) – Das deutsche Bundesfamilienministerium geht bei der Einschätzung von Homosexulität auf Distanz zur evangelikalen Position.
Jetzt hat die deutsche Regierung die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen über "Antihomosexuelle Seminare und pseudowissenschaftliche Therapieangebote religiöser Fundamentalisten" beantwortet.
Anstoss dazu hatte ein geplantes Seminar auf dem Jugendkongress "Christival" gegeben, das aber wieder aus dem Programm gestrichen wurde. In seiner Antwort geht das Bundesfamilienministerium bei Fragen nach der Einschätzung von Homosexualität auf Distanz zur evangelikalen Position und schreibt: „Die Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, dass Homosexualität einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualität einer Therapie zugänglich ist." Unterzeichner der Antwort ist der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Kues.
Homosexualität werde "seit über 20 Jahren von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler aus Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie nicht als psychische Erkrankung angesehen". In der Fachwelt habe sich die Position durchgesetzt, dass Homosexualität nicht als "Störung der psychosexuellen Entwicklung" beurteilt werden könne.
Weiter heisst es in der Antwort der Bundesregierung: "Wenn so genannte 'Konversionstherapien' durch Organisationen oder Gruppierungen angeboten und beworben werden, so können hier unterschiedliche, meist religiöse oder weltanschauliche Motive eine Rolle spielen, die sich einem empirisch-wissenschaftlichen Ansatz entziehen."
Damit bestätigt die Regierung nur ihre bisherige Praxis, die sich deutlich von der biblisch-christlichen Ethik unterscheidet. Noch hält sich die Regierung gegenüber Organisationen und Menschen zurück, welche Homosexualität als nicht der Natur entsprechende sexuelle Orientierung ablehnen, zurück. Doch das Eis ist dünn geworden.
Quelle: pro
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