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Gegen Pauschalkritik an Topmanagern
(19. Februar 2008/idea.) - Der Sturz des Post-Managers Klaus Zumwinkel erschüttert das vertrauen in unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Doch Steuerhinterziehung kommt in allen Einkommensklassen vor.
Eine Pauschalkritik an deutschen Wirtschaftsbossen hält der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) allerdings für unangemessen. Steuerhinterziehung gebe es in allen Bevölkerungsgruppen, sagte AEU-Geschäftsführer Stephan Klinghardt (Karlsruhe) gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.
Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung im grossen Stil wird nicht nur gegen den inzwischen zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel (Köln), ermittelt; Medienberichten zufolge gehen die Steuerfahnder entsprechenden Hinweisen bei mehr als 1.000 weiteren Führungskräften nach. Es könnte sich um einen volkswirtschaftlichen Schaden von insgesamt mehreren Milliarden Euro handeln. Wenn sich die Verdachtsmomente bestätigen sollten, hätten diese Manager aber nicht nur gegen Gesetze verstossen, sondern auch das Ansehen der Sozialen Marktwirtschaft schwer beschädigt, so Klinghardt. Zugleich lobte der Jurist das Vorgehen der Ermittlungsbehörden. Kriminelle Taten würden ohne Ansehen der Person verfolgt, was das Vertrauen in den Rechtsstaat stärke. Der Satz, dass man die Grossen laufen lasse und die Kleinen hänge, bewahrheite sich nicht.
Über die Motive von Superreichen, ihr Vermögen mit ungesetzlichen Methoden zu vermehren, lasse sich nur spekulieren. Millionensummen clever anzulegen, gelte als schick, zumal wenn man Steuern sparen könne und das Risiko, entdeckt zu werden, als gering eingestuft werde. Ein Unrechtsbewusstsein gebe es meist nicht. Macht und Einfluss verführten offensichtlich zu dem Trugschluss, dass man sich ausserhalb allgemein verbindlicher Regeln bewegen könne. Zwar könne man die Steuergesetze für verkehrt halten, dann müsse man sich aber für Gesetzesänderungen einsetzen, anstatt eine private Moral zu entwickeln, so Klinghardt.
Dem Geschäftsführer des Verbandes „Christen in der Wirtschaft“, Andreas Schnabel (Wuppertal), zufolge ist unter Unternehmern die Bereitschaft gross, das Gemeinwohl mit Steuern und durch Spenden zu finanzieren. Allerdings scheine es eine Gruppe von Top-Managern zu geben, denen es ab einer bestimmten Grenze schwer falle, sich von ihrem Geld zu trennen. Hier bewahrheite sich die biblische Warnung, dass das Streben nach immer mehr Geld zur Vergötterung des Mammons führe. Dass auch Abgeben zufrieden machen könne, sei für viele Menschen undenkbar. Bei christlichen Kongressen für Führungskräfte würden stets überzeugende Gegenbeispiele gezeigt.
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