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Wirtschaft steckt in Moral-Krise
(26. Februar 2008/idea) - Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Krise der Moral. Viele Spitzenmanager und Unternehmer wollen nicht in erster Linie ein gutes Produkt zu einem guten Preis anbieten, sondern reich werden. Das sagte Europas grösster Schuhhändler, Heinz Horst Deichmann.
Deichmann sprach beim „Forum für (Jung)Unternehmer und Existenzgründer“, das im sächsischen Burgstädt bei Chemnitz stattfand.
Wenn Spitzenverdiener Steuern hinterzögen, um für sich persönlich noch mehr Geld anzuhäufen, so erschüttere das das Vertrauen der Bevölkerung in das Wirtschaftssystem. Nichts brauche Deutschland momentan dringender als Unternehmer, die bereit seien, Verantwortung für Mitarbeiter und Kunden zu übernehmen. „Wir brauchen echte Unternehmer, die mit ihrer Person und ihrer Familie das Risiko tragen“, sagte Deichmann. Eine solche Einstellung habe nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wirtschaftswunder geführt.
Deichmann warnte aber auch vor einer generellen Verurteilung: „Die Mehrzahl der Manager ist vernünftig.“ Deichmanns Firma unterhält 2.300 Filialen mit rund 26.000 Beschäftigten in 14 Ländern.
Angehenden Unternehmern empfahl Deichmann, Prioritäten zu setzen. Eine Existenzgründung erfordere viel Einsatz. „Wer nicht Freude daran hat, mehr zu arbeiten als alle anderen, sollte kein Unternehmer werden“, erklärte er. Andererseits sei es auch wichtig, sich Freiräume zu schaffen, um Zeit für die Familie und für Gott zu haben. Wer das vernachlässige, stehe in Gefahr auszubrennen.
Mit Blick auf die Diskussion um die Sonntagsöffnung von Geschäften sprach sich Deichmann gegen eine Engführung des 3. Gebotes aus. Auf sechs Tage Arbeit solle ein freier Tag folgen; das müsse aber nicht zwingend der Sonntag sein, erklärte er. Einige Deichmann-Filialen öffneten auch am Sonntag – ab zwölf Uhr, damit christliche Mitarbeiter die Möglichkeit hätten, den Gottesdienst zu besuchen. Vor allem in den USA sei ein Geschäft, das sonntags nicht öffne, kaum konkurrenzfähig. Mitarbeiter, die sonntags arbeiten, hätten dafür aber an einem anderen Tag frei.
Das „Forum für (Jung)Unternehmer und Existenzgründer“ unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der sächsischen Landessynode, Gudrun Lindner (Weißbach/Erzgebirge), und mit Unterstützung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea ist eine Initiative evangelischer Jugendverbände - CVJM und Entschieden für Christus (EC) – sowie des Verbands „Christen in der Wirtschaft“.
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