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Wenn Erfolge den Charakter zerstören

(02. März 2008/idea) – Krisen und Niederlagen gehören nach Ansicht des Unternehmensberaters Johannes Czwalina (Riehen bei Basel) zum Leben jedes Geschäftsmannes.

Vor rund 600 Besuchern der Christlichen Wirtschaftskonferenz am 1. März in Oberhausen rief Czwalina dazu auf, sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass es immer nur aufwärts gehe. Zu der Konferenz mit dem Thema „Mit Glauben Krisen überwinden“ hatte ein Zusammenschluss christlicher Geschäftsleute aus Landes- und Freikirchen eingeladen.

Czwalina ermutigte dazu, sich kritischen Situationen zu stellen. Wer Wut und Trauer nicht verdränge, sondern sich die Zeit dafür nehme, die Niederlage im geschäftlichen oder persönlichen Umfeld zu verarbeiten, gehe gestärkt aus einer Krise hervor. Der Charakter eines Menschen werde in dieser Zeit geprägt, während er in der Zeit des Erfolgs zerstört werde.

Czwalina ermutigte die Anwesenden, den Sinn des Lebens nicht in der Anhäufung von Macht, Geld und stetigem Aufwärts-Streben auf der Karriereleiter auszurichten, sondern sich auf die Mitte – Jesus Christus – zu besinnen. 

Der Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen, Klaus Wehling (SPD), plädierte in einem Grusswort dafür, die Regeln für das wirtschaftliche Handeln aus dem christlichen Glauben zu beziehen und einen christlichen Lebensstil zu pflegen. Dies bedeute jedoch mehr, als sonntags in die Kirche zu gehen oder vor dem Essen zu beten. Wehling kritisierte die Manager, die durch immer höhere Gehälter „die modernen Pharisäer“ seien. Er habe den Eindruck, dass Moral, Ethik und christliche Werte in der Wirtschaft keine Rolle mehr spielten.

Neben Vorträgen und Seminaren zum Konferenzthema stand bei der Veranstaltung auch der Vernetzungs-Gedanke im Vordergrund. Der Vorsitzende des Trägerkreises der Christlichen Wirtschaftskonferenz, Horst Lenord (Oberhausen), sagte vor Journalisten, Christen sollten mit ihren Unternehmen vermehrt kooperieren anstatt zu konkurrieren. Für solche Geschäftsbeziehungen wolle die Konferenz eine Plattform bieten. So konnten sich die Besucher an rund 80 Ständen über Produkte und Dienstleistungen anderer Unternehmen und christlicher Werke informieren.

Für Teilnehmer, die sich in einer Krisensituation befinden, gab es zudem die Möglichkeit, anonym oder mit Namen Gebetsanliegen an die Veranstalter weiterzugeben. Wann die nächste Wirtschaftskonferenz stattfinden wird, ist unklar. Man werde die Rückmeldungen der Teilnehmer auswerten und dann darüber entscheiden, sagte Lenord. Die erste Christliche Wirtschaftskonferenz fand vor vier Jahren mit rund 800 Teilnehmern statt. Die Initiatoren kooperieren u. a. mit dem Kongress christlicher Führungskräfte, der im kommenden Jahr vom 26. bis 28. Februar von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) und der Firma tempus Zeit- und Lebensplanung (Giengen bei Ulm) in Düsseldorf veranstaltet wird.



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