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„Du sollst keine Predigt stehlen“
(06.März 2008/idea) – „Du sollst keine Predigt stehlen.“ Der polnische Medienrechtler Prof. Tomasz Naganowski (Posen) hat vor den moralischen und rechtlichen Folgen des Predigtklaus im Internet gewarnt.
In Polen laden sich anscheinend mehr und mehr katholische Priester, vor allem jüngere, Predigten aus dem Internet herunter, um sie in der Sonntagsmesse als ihre eigene vorzulesen, berichtet die ökumenische Nachrichtenagentur ENI.
Laut Naganowski handelt es sich dabei um Diebstahl geistigen Eigentums und damit um einen Gesetzesverstoss: „Ein solcher Priester lügt und stiehlt.“ Der Professor, der soeben das Buch „Klauen oder nicht Klauen“ veröffentlicht hat, plädiert dafür, dass Geistliche in ihrer Ausbildung über die rechtliche Situation aufgeklärt werden. Wenn sie überführt würden, könnten ihnen in Polen eine Geldstrafe oder Gefängnis bis zu drei Jahren drohen.
Naganowski bedauert, dass man Geistliche zur Einhaltung von Gesetzen ermahnen muss. Schliesslich handele es sich um eine Frage der Moral; sie dürfe nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Den rund 28.000 katholischen Priestern in Polen stehen mehrere Predigtangebote im Internet zur Verfügung. Die Betreiber beobachten laut ENI, dass die Besucherzahlen besonders am Samstagabend ansteigen. Der Verdacht liege nahe, dass sich manche Geistliche in letzter Minute vor dem Sonntagsgottesdienst mit einer Predigt bedienen.
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