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Christival: Kulturzentrum kündigt Vertrag
(11. März 2008/idea) – Der evangelikale Jugendkongress Christival, der vom 30. April bis 4. Mai in Bremen stattfindet, ist weiter heftigem Gegenwind ausgesetzt: Das dortige Kulturzentrum „Schlachthof“, in dem zwei Seminare und Konzerte stattfinden sollten, hat den Mietvertrag gekündigt.
Das bestätigte das Christival-Büro in Bremen am 11. März gegenüber idea. Laut einem Bericht der „tageszeitung“ (taz) ist der Schritt eine Reaktion „auf taz-Berichte über homophobe Christival-Inhalte“.
Hintergrund ist die seit Wochen andauernde Kritik an mehreren Seminaren des Christival vor allem aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen. Auslöser war der Protest des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der Bundestagsfraktion, Volker Beck, an dem inzwischen abgesagten Seminar „Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung“.
Darin sollte es um Angebote für Homosexuelle gehen, die unter ihrer Prägung leiden und eine Änderung wünschen. Beck, der nach eigenen Angaben in einer schwulen Lebensgemeinschaft lebt, lehnt entsprechende Therapieangebote als „gefährliche Scharlatanerie“ ab.
Die taz zitiert den Koordinator im Kulturzentrum „Schlachthof“, Jörg Lochmon, mit den Worten: „Als wir den Vertrag gemacht haben, wussten wir nicht, was dahinter steckt, das war wohl etwas naiv.“
Laut Lochmon finden in dem Zentrum regelmässig schwul-lesbische Partys statt. In der Programmvorschau der Einrichtung im Internet ist für den 30 April – dem Eröffnungstag des Christival – das 9. schwul-lesbische Spektakel „Bremen von hinten“ angekündigt.
Der taz zufolge hat sich in Bremen ausserdem ein „antisexistisches Bündnis NoChristival“ gebildet, das am Eröffnungsabend des Jugendkongresses gegen Homophobie und Sexismus demonstrieren will.
Der Pressesprecher des Christival, Stephan Volke (Marburg), sagte auf idea-Anfrage, offenbar werde von bestimmten Kreisen „Lobbyarbeit“ gegen das Christival betrieben. Man hoffe, dass die Auseinandersetzung das Christival „nicht in irgendeiner Weise behindert“. Denn hier stünden nicht ethische Streitthemen im Vordergrund, sondern der Glaube an Jesus Christus. Volke bedauerte, dass die Betreiber des Zentrums den Vertrag gekündigt und anschliessend das Gesprächsangebot des Christival über die Inhalte des Treffens abgelehnt hätten. Offenbar wollten die Verantwortlichen des Zentrums an ihren Vorurteilen festhalten. Laut Volke lässt das Christival prüfen, ob die Kündigung rechtmäßig sei.
Das Programm mit rund 230 Seminaren, Arbeitsgruppen und Gesprächsforen könne wie geplant stattfinden. Es wird sogar noch erweitert: Der englische Lobpreis-Musiker Matt Redman wird am 3. Mai in der Christival-Arena in der Bürgerweide ein öffentliches Freiluft-Konzert geben. Laut Christival-Geschäftsführer Heiko Linke (Marburg) haben sich bisher 12.500 Teilnehmer für den Kongress angemeldet.
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