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Algerien lässt Kirchen schliessen

(12. März 2008/dg.) - Die algerischen Behörden setzen ihren Druck auf Christen fort. Das islamische Religionsgesetz wird mit aller Härte durchgesetzt: Zwei weitere protestantische Kirchen müssen schliessen. Seit November wurden zehn von 32 protestantischen Kirchen im Land geschlossen.

Es wird eng für Christen in Algerien. Nun soll auch die grösste protestantische Gemeinde Algeriens ihre «religiösen Aktivitäten» einstellen. Letzten Sonntag (9. März) wurden in der Stadt Tizi-Ouzou die Leiter zweier Gemeinden auf den Polizeiposten Wilaya aufgeboten. Sie wurden aufgefordert, die Gottesdienste einzustellen, bis der Religionsminister Bouabdallah Ghoulamellah den beiden Kirchen erlaube, Gottesdienste durchzuführen. Eine dieser beiden Kirchen ist die grösste protestantische Kirche Algeriens: 1996 gegründet, zählt sie heute 1200 Mitglieder.

Somit wurden in kurzer Zeit zehn protestantische Gemeinden geschlossen, das ist rund ein Drittel der protestantischen Kirchen Algeriens.

Die beiden Gemeinden schalteten zwei Anwälte ein; denn laut algerischem Recht muss die Schliessung durch einen Richter angeordnet werden und darf nicht durch die Polizei geschehen. Die Christen wollen sich weiterhin zu Gottesdiensten treffen, so auch am kommenden Wochenende.

In ungewisser Lage steckte auch Hugh Johnson. 45 Jahre lebte der 74jährige Pfarrer in Algerien, einst war er auch Präsident der protestantischen algerischen Kirche. Plötzlich soll er das Land in nur 15 Tagen verlassen, ohne dass man ihn eines Vergehens hätte bezichtigen können. Eine Fehlinformation in den algerischen Medien besagte vorerst, die Regierung hätte ihm zusätzliche drei Monate gewährt, das stellte sich aber als Zeitungsente heraus. Im letzten Moment verfügte dann aber ein Richter, dass Johnson bleiben kann.

Die Schlinge zieht sich zu, der Druck auf Christen wächst. Die algerische Zeitung «El Chourouk» berichtete auf einer Titelseite der letzten Tage von einer «internationalen Kampagne gegen Algerien». Das Land würde beschuldigt, «Evangelisten» zu verfolgen. Der Artikel soll ziemlich genau über den Vorstoss der Schweizerischen Evangelischen Allianz bei der Algerischen Botschaft berichten. Die Allianz hatte am 22. Februar dagegen protestiert, dass Christen willkürlich zu Gefängnisstrafen verurteilt werden.

Die algerischen Christen bitten darum, dass man sich mit ihnen solidarisiert und sich für sie stark macht bei der algerischen Regierung oder deren Vertretungen im Ausland.
Quelle: opendoors

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