Aserbaidschan: Baptist überraschend frei
(20. März 2008/idea) – Nach zehnmonatiger Haft ist in Aserbaidschan der Baptistenpastor Zaur Balayev (45) am 19. März überraschend frei gelassen worden.
Das berichtet der Generalsekretär des Baptistenbundes von Aserbaidschan, Elnur Jabiyev (Baku). Gegen 12 Uhr Ortszeit habe Balayev das Gefängnis verlassen können, nachdem Staatspräsident Ilham Alijew insgesamt 59 Gefangene aus Anlass eines Nationalfeiertags begnadigt habe.
Jabiyev dankte für alle Gebete und Briefe, mit denen Baptisten in aller Welt sich für Balayevs Freilassung eingesetzt hatten. Unter anderen hatte der frühere US-Präsident Jimmy Carter (Plains/Bundesstaat Georgia) die Anschuldigungen gegen den Baptistenpastor als falsch zurückgewiesen. Auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck (Berlin), hatte Balayevs Freilassung verlangt und die Verhaftung als Verstoss gegen die Religionsfreiheit kritisiert.
Am 20. Mai vergangenen Jahres war der Geistliche bei einer Gottesdienstrazzia in der Ortschaft Aliabad nahe der georgischen Grenze festgenommen worden. Nach Behördenangaben widersetzte er sich der Durchsuchung. 50 Augenzeugen, darunter 25 Gemeindemitglieder, widersprachen jedoch der Darstellung. Gleichwohl wurde Balayev wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu zwei Jahren Haft verurteilt.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur idea hatten ihn im Juli als „Gefangenen des Monats“ benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen.
In Aserbaidschan gibt es 22 Baptistengemeinden mit rund 3.000 Mitgliedern. 96 Prozent der rund acht Millionen Einwohner des Landes sind Muslime. Die meisten Christen sind russisch-orthodox.
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