Die Suche nach dem erlösenden Wort
(22. März 2008/rh.) - Wer gibt uns das entscheidende Stichwort zum Leben?
Im Gedicht „Verlorenes Ich“ beklagt Gottfried Benn, dass der Mensch die Zusammenhänge verloren habe und letztlich den Sinn und die Hoffnung, die Geborgenheit und das Ziel seines Lebens.
Das Ich ist zersprengt, die Welt zerdacht, der Mensch entartet. Alle Lebensbereiche zeigen Auflösungserscheinungen. Und am Ende schreibt Benn:
„Woher, wohin – nicht Nacht, nicht Morgen, kein Evoè, kein Requiem, du möchtest dir ein Stichwort borgen – allein bei wem?“
Wer spricht das erlösende Wort? Ein Wort, das sticht und löst, heilt und erneuert?
Lange dachten wir, das Stichwort heisse Fortschritt, Entwicklung – Wissenschaft, Technik, Leistung, Wohlstand, mehr Freizeit. Dann merkten wir: Diese Worte stechen nicht.
Es gibt nur ein Wort, das alle Bereiche des Lebens umfasst: die Tiefe des Leides, die Höhe des Erfolgs, die Weite des Ewigen und die Dichte der Realität.
Dieses eine Wort wurde Mensch: Jesus Christus. Sein Leben umfasst und verbindet alles: Gott und Geschichte. Gott und Mensch. Raum und Zeit. Himmel und Erde. Leben und Ewigkeit.
Sein Leben umfasst das Requiem – das heisst: gehorsam bis zum Tod am Kreuz – und auch das Evoè, den Jubelruf: Er ist auferstanden und lebt!
Gott gibt uns sein Stichwort, damit wir den Weg zu ihm zurückfinden: Jesus. In ihm kommen wir zum Vater. In ihm finden wir Frieden. In ihm finden unser verlorenes Ich, dank seiner Liebe und Barmherzigkeit.
Jesus stellt sich zur Ehebrecherin - alle anderen distanzierten sich von ihr.
Er kehrte bei dem Zöllner ein, alle anderen empörten sich.
Er rief die Kinder zu sich, alle anderen schickten die Kinder weg.
Er vergab dem Petrus, der sich selbst verdammte.
Jesus verjagte den Teufel, alle anderen fielen auf in herein.
Er versprach dem Schächer das Himmelreich, alle anderen wünschten diesem die Hölle.
Er rief Saulus in die Nachfolge, alle anderen fürchteten sich vor ihm.
Jesus flüchtete vor dem Ruhm, die anderen wollten ihn zum König machen.
Er liebte die Armen, alle anderen waren auf Reichtum aus.
Er heilte Kranke, alle anderen haben sie aufgegeben.
Er schwieg, als man ihn zu Unrecht anklagte, verspottete, auspeitschte.
Er starb am Kreuz, als die anderen ihr Passahfest feierten.
Jesus nahm die Schuld auf sich, alle anderen wuschen die Hände in Unschuld.
Er stand auf aus dem Tod, alle anderen meinten, das sei das Ende.
Jesus Christus, wir danken dir, dass du anders bist!
„Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagt es, ich bin es!“ Lukas 22,70
„Dass ihr mit Christus verbunden seid, verdankt ihr nicht euch selbst, sondern Gott. Er hat in Christus seine Weisheit sichtbar werden lassen, eine Weisheit, die uns zugute kommt. Denn Christus ist unsere Gerechtigkeit, durch Christus gehören wir zu Gottes heiligem Volk, und durch Christus sind wir erlöst.“ (1. Korinther 1,30 NGÜ)
Er ist Gottes Stichwort zum Leben.
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