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Algerien: 14 der 32 protestantischen Kirchen geschlossen

(31. März 2008/opd./dg.) - Durch das algerische Religionsgesetz werden Christen bedrängt: 14 von 32 protestantischen Kirchen mussten schliessen, fünf weitere erhielten diese Order ebenfalls. Zudem musste Hugh Johnson nach 45 Jahren Dienst das Land verlassen.

Die algerische Polizei ordnete letzte Woche an, dass drei weitere algerische protestantische Kirchen schliessen müssen. 14 Kirchen sind bereits zu, von fünf weiteren wird nun ebenfalls verlangt, «alle religiösen Aktivitäten einzustellen». Diese Welle wird von einer Medienkampagne begleitet, in der behauptet wird, die Protestanten würden Algerien christianisieren; wobei von den 33 Millionen Algeriern 99 Prozent Moslems sind und die kaum 20'000 Protestanten eine der mikroskopischen Minderheiten darstellen.

Religionsminister Bu’Abdallah Ghoulamullah gewährt wenig Schutz: «Moslems sehen nicht gern, wenn ihre heiligen Symbole angegriffen werden», kommentierte er die «Christiansierungskampagne», die das Land angreife. Ghoulamullah rief aber die christlichen Gruppen auf, sich erneut zu registrieren. Doch algerische Christen berichten, die Regierung hindere sie daran, die benötigte Registrierung auszuführen. So schildern sie etwa: «Das Registrierungsbüro in Tizi-Ouzou will uns nicht sagen, wie man die bedeutende Bewilligung erhält.» Eine solche wird aber für alle nichtislamischen Gottesdienste benötigt.

Und so wird seit einem halben Jahr eine Kirche nach der anderen geschlossen und die Gottesdienste verboten. Literatur, die einen Moslem bewegen könnte, eine andere Religion anzunehmen, ist verboten. Weil die meisten algerischen Christen einst moslemisch waren, kann das bedeuten, dass fast alle Kirchen für illegal erklärt werden.

Andere Medien berichten, dass die algerischen Christen die Attackierten seien, und nicht die moslemische Mehrheit. Kolumnist Mustapha Hammouche schrieb in der «Liberte», dass die Repressionen die Christen bedrohen. Am 21. März zum Beispiel verhaftete die Polizei zwei algerische Christen. Ihr Vergehen: Sie hatten elf Bibeln bei sich im Bus von Tizi Ouzou nach Bejaia. Die Bibeln wurden bei einer Routinekontrolle am Checkpoint in Beni Ksila gefunden; der eine Christ hatte seine eigene Bibel dabei, der andere, ein Mitglied des Kirchenrats in Bejaia, führte zehn Bibeln mit sich. Sie mussten über Nacht im Gefängnis bleiben.

In der Zeitung «El Watan» schrieb Kolumnist Chawki Amari: «Logischer wäre, wenn an der Strassensperre Terroristen geschnappt würden. Wenn in England zwei Algerier verhaftet würden, weil sie ein Dutzend Ausgaben des Koran bei sich hätten, können wir die Konsequenzen erahnen: Demonstrationen von Nouakchott bis Islamabad, brennende Flaggen, einstimmige Verurteilung, den Zorn von Religionsminister Ghoulamullah.»

Ironischerweise vergleichen algerische Politiker Evangelisation mit Terrorismus. So sagte etwa Religionsminister Ghoulamullah in der Zeitung «L‘Expression»: «Ich setze Evangelisation mit Terror gleich.» Und in «France 24»: «Ich bat die Imame die Leute daran zu erinnern, dass Pastoren nicht nach Algerien kommen, weil sie das Land oder die Christenheit lieben. Sie kommen her, um Minderheiten zu schaffen, die fremden Nationen einen Vorwand geben, sich in unsere Angelegenheiten zu mischen.»

Pastor Hugh Johnson (74), der frühere Präsident der protestantischen Kirche Algeriens (EPA), lebte 45 Jahre im Land. Am 26. März musste er es nun verlassen – ohne dass man ihn eines Vergehens bezichtigen konnte.

Die EPA umfasst 32 Gemeinden, die ein paar Dutzend bis Tausend Mitglieder haben. Bereits 19 von 32 EPA-Kirchen sind von den Schliessungsplänen erfasst, 14 mussten ihre Gottesdiensträume verriegeln. Das ist mehr als die Hälfte der protestantischen Kirchen in weniger als einem halben Jahr. Daneben existieren etwa 20 kleine, unabhängige Gemeinschaften, die ebenfalls unter massiven Druck geraten sind.



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