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„Das Geld regiert – auch in der katholischen Kirche”
(03. April 2008/idea) – Scharfe Kritik am Umgang der katholischen Kirche mit dem in ihrem Besitz befindlichen Weltbild-Verlag (Augsburg) übt der frühere stellvertretende Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, Gernot Facius (Bonn).
Es sei schizophren und heuchlerisch, wenn katholische Bischöfe vor Esoterik warnten, Weltbild aber esoterische Bücher anbiete, sagte Facius – selbst Katholik – in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. „Die Herren Bischöfe und Generalvikare lassen die Manager eben gewähren. Das Geld regiert – in diesem Fall auch in der katholischen Kirche.“
Wenig hält der Zeitungsjournalist von Plänen der katholischen Kirche, einen eigenen digitalen Fernsehsender zu etablieren. „Würde das ein Sender der Amtskirche, so kann man sich schon heute ausmalen, dass das ein sehr langweiliger Sender sein wird. Er wäre als Instrument des bischöflichen Lehramts abgestempelt.“ Ausserdem habe die Kirche finanziell mit der Erhaltung der Bistumspresse, der Konsolidierung der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) und mit dem Internet- und Radio-Engagement schon genug zu tun.
Mit Blick auf die Medienentwicklung ist Facius grundsätzlich überzeugt, dass das Internet die Tageszeitung nicht vollständig verdrängen wird. „Das Internet mag Impulse geben, die Vertiefung der Gedanken liefert die Zeitung.“ Er sei optimistisch, dass „gerade durch das Überangebot an Seichtem wieder die Lust auf intellektuell Anspruchsvolles wächst“. Es wäre ein Holzweg, das Zeitungsangebot lediglich als Summe der Umfrage- und Marketingergebnisse unter den Lesern zu betrachten. Vielmehr brauche es auch ein Stück eigene geistige Leistung.
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