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Berner Politiker diskutieren über Schöpfungslehre

(07. April 2008/rh.) - Erwin Burn (EDU) hat im November 2007 eine Motion eingereicht, die den Regierungsrat des Kantons Bern auffordert, die Schöpfungslehre als gleichberechtigte Alternative zur Evolutionslehre an den Bernischen Schulen gelehrt werden soll.

Das Berner Kantonsparlament behandelt diese Woche eine Motion des Adelbodner EDU-Grossrats Erwin Burn, in welcher er fordert, an den Schulen die biblische Schöpfungslehre als gleichberechtigte Alternative zur Evolutionstheorie zu lehren.

Erwin Burn begründet seinen Vorstoss mit dem Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, welche der Verein ProGenesis beim Meinungsforschungsinstitut IHA-GfK in Auftrag gegeben hat. Demnach sind vier von fünf der Befragten der Meinung, dass nicht nur Evolutionslehre an der Schule gelehrt werden soll. In der Umfrage wurden über 1000 Schweizerinnen und Schweizer gefragt, was im Biologie-Unterricht «betreffend Herkunft des Lebens» gelehrt werden solle: a) nur Evolution, b) nur Schöpfung, c) beides gleichberechtigt. Das Ergebnis laut Burn: Vier von fünf Befragten wollen, dass nicht nur Evolution gelehrt wird (4,8 Prozent waren für Antwort b, 75,6 Prozent für c). Den Schülerinnen und Schülern soll deshalb eine mündige Beurteilung der unterschiedlichen Vorstellungen über die Entstehung der Welt und des Lebens ermöglicht werden.

Der Regierungsrat beantragt Ablehnung dieser Motion. Sie vertritt die Ansicht, dass Schöpfungslehre und Evolutionstheorie nicht als gleichberechtigt nebeneinander gestellt werden können. In der Antwort steht weiter: «Die Schöpfungserzählungen der Bibel sind nicht eine Alternative zur Evolutionstheorie; sie sind keine naturwissenschaftlichen Texte.» Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Glaubensvorstellungen müssten auseinander gehalten werden. Das ist sachlich richtig, fordert aber, dass dieses Mass auch bei der Evolutionstheorie angelegt wird, die ihre Lücken mit nicht wissenschaftlichen Vorstellungen überbrückt und deshalb geglaubt werden müssen.

Der Regierungsrat meint, es gehe nicht darum, dass sich die Schülerinnen und Schüler für eine der beiden Vorstellungen entscheiden sollen. Die Evolutionstheorie liefere naturwissenschaftliche Grundlagen zur Frage nach der Entwicklung des Lebens. «Sie schliesst den religiösen Glauben an einen Schöpfer nicht aus – und gefährdet ihn auch nicht», heisst es in seiner Antwort.

Die Debatte reisst nicht ab. Entzündet hat sie sich letztes Jahr am bernischen Lehrmittel «NaturWert», das – so der Vorwurf – die biblische Schöpfungslehre und die wissenschaftliche Evolutionstheorie gleichbedeutend gegenüberstellt. Was erstens gar nicht stimmt und zweitens die Grundlage für einen interessanten Unterricht bietet. Die Auseinandersetzung wurde mit Macht beendet: Das Kapitel «Evolution und Schöpfung» wird überarbeitet. Religion und Umwelt sollen neu getrennt dargestellt und nicht mehr gegenübergestellt werden. Wie der Sprecher des Schulverlags Daniel H. Friederich erklärt, soll die neue Fassung im Mai vorliegen. Die Änderung wird 30000 bis 50000 Franken kosten; Verlag und Kanton werden sich die Ausgaben wohl oder übel teilen müssen. Dieses Steuergeld hätte man sich sparen können.

Im Hintergrund der ganzen Diskussion steht eine viel grössere Dimension. Es geht um die Frage nach Gott und die Stellung, die wir Menschen gegenüber ihm und seiner Offenbarung in der Schöpfung, in Jesus Christus und in der Heiligen Schrift einnehmen.



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