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Indonesien: In drei Jahren 110 Kirchen geschlossen

(09. April 2008/idea/factum) – In Indonesien sind in den vergangenen drei Jahren 110 Kirchen aufgrund islamisch-extremistischen Drucks geschlossen worden. Darauf haben evangelische und katholische Kirchen sowie gemässigte muslimische Organisationen nach Angaben des Hilfswerks Open Doors hingewiesen.

Meist hätten radikale muslimische Gruppen Kommunalverwaltungen dazu veranlasst, christliche Gemeindeaktivitäten zu unterbinden. Dabei sei den Christen angedroht worden, dass ihre Versammlungsstätten zerstört würden, wenn sie die Aufforderung zur Schliessung missachteten.

Als ein Beispiel wird eine Baptistengemeinde in Sepatan (Provinz Tangerang) genannt. Im Dezember 2007 hätten Extremisten der Islamischen Verteidigungsfront Fenster und Türen des Hauses von Pastor Bedali Hulu eingeschlagen und die Einrichtung auf die Strasse geworfen. Der Gemeinde sei es immer noch nicht wieder erlaubt, ihre Aktivitäten aufzunehmen.

Von den rund 220 Millionen Einwohnern Indonesiens sind etwa 80 Prozent Muslime, 16 Prozent Christen, zwei Prozent Hindus sowie jeweils ein Prozent Buddhisten und Angehörige von Stammesreligionen.

In einem Kommentar zum idea-Beitrag schreibt Marc Frings aus Karlsruhe: „Die christliche Mittelschicht, überwiegend Menschen chinesischer Abstammung, deren Vorfahren vor über 100 Jahren eingewandert sind, ist das Rückgrat der indonesischen Wirtschaft.“ Es sei Ende der 60er Jahre schon einmal zu Wellen der Christenverfolgung in Indonesien gekommen. Diese seien zum Teil auch ethnisch begründet worden, mit der Abneigung gegen die wirtschaftlich erfolgreichen chinesischen Einwanderer. Das habe, so Frings, der sich auf Augenzeugenberichte beruft, in der Plünderung der Geschäfte der Christen und in der Bedrohung von Leib und Leben durch einen aufgehetzten muslimischen Mob gegipfelt. Allerdings sei das nur wenige Tage so gegangen, dann sei die Wirtschaft Indonesiens vollkommen zusammen gebrochen. Daraufhin habe die Regierung das Militär zu Schutz der Christen eingesetzt.

factum 3/2008 thematisiert die zunehmende Christenverfolgung, die ihr hässliches Gesicht in verschiedenen Weltgegenden zeigt.

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