|
Unbequeme Fragen an die Wissenschaft
(16. April 2008/hrst.) - Der jüdische Mathematiker und Philosoph David Berlinski stellt unbequeme Fragen an die Wissenschaft.
David Berlinski ist liberaler Jude. Trotzdem verteidigt er auf bissige Art das religiöse Denken. Er ist Amerikaner, lebt aber in Paris. Als gefeierter Autor, der über Mathematik und die Wissenschaften geschrieben hat, dreht er den Spiess gegen den von der Wissenschaftsgemeinde hochgehaltenen Skeptizismus (alles wird bezweifelt) um, indem er sich nicht scheut, unbequeme Fragen zu stellen und auch gleich die Antwort zu geben.
Der kämpferische Atheismus ist im Vormarsch. Einige Bücher seiner Vertreter befinden sich auf den Bestsellerlisten. Sie verunglimpfen den religiösen Glauben als gefährliche Dummheit. Und diese Autoren sind erst die Vorhut einer viel grösseren Bewegung - welche auch grosse Teile der Wissenschaftsgemeinde einschliesst.
"Der Angriff auf das traditionelle religiöse Denken", so schreibt Berlinski in seinem neuen Buch "The Devil's Delusion and ist scientific pretensions“ (Die Täuschung des Teufels und ihre wissenschaftlichen Ansprüche), "bestätigt die Meinung in unserer Zeit, dass die Wissenschaft das einzige Glaubenssystem sei in das sich der rationale Mensch einbringen könne. Wenn er es mit seinem Glauben nicht tun kann, dann mindestens mit seiner Verehrung."
Dann stellt Berlinski Fragen, die er gleich selbst beantwortet:
- Hat irgend jemand die Nichtexistenz Gottes bewiesen? Nicht einmal näherungsweise.
- Hat die Quanten-Kosmologie die Entstehung oder den Grund des Universums erklärt? Nicht einmal annähernd.
- Haben die Wissenschaftler erklärt, warum das Universum ausgerechnet so abgestimmt ist, dass Leben existieren kann? Nicht einmal annähernd.
- Sind die Physiker und die Biologen bereit, an etwas zu glauben, sofern es nicht religiöses Denken betrifft? Sehr wohl.
- Hat uns der Rationalismus geholfen, im moralischen Denken zu verstehen, was gut, was richtig und was moralisch ist? Zu wenig.
-Hat der Säkularismus im schrecklichen 20. Jahrhundert uns etwas Gutes gebracht? - Nicht einmal annähernd.
- Gibt es eine eng beherrschende Denk- und Meinungsbildung innerhalb der Wissenschaften? Sehr wohl.
- Ist die Behauptung in den Wissenschaften oder in der Philosophie gerechtfertigt, dass der religiöse Glaube irrational sei? Keineswegs.
- Ist der wissenschaftliche Atheismus eine leichtfertige intellektuelle Übung? Absolut.
Dabei lehnt David Berlinski die Errungenschaften der westlichen Wissenschaften nicht ab. Die grossen physikalischen Theorien gehören seiner Meinung nach zu den Kostbarkeiten der Menschheit, aber sie tragen nichts dazu bei, die Fragen zu beantworten, die von der Religion gestellt werden, und sie geben uns keine verständliche Beschreibung des Kosmos oder von Methoden, durch die wir ihn untersuchen könnten. Quelle: ProGenesis, Hansruedi Stutz
zurück
|
|
 |
© FACTUM ONLINE 2011 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit
Genehmigung der Redaktion. |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |