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Politiker gegen Schöpfungslehre im Biounterricht
(16. April 2008/rh.) – Regierung und Parlament des Kantons Bern wollen nicht, dass an den Schulen Schöpfung und Evolution gleichberechtigt gelehrt werden.
Die Evolutionstheorie soll weiterhin die grundlegende Entstehungserklärung im Biologieunterricht bleiben. Der Grosse Rat des Kantons Bern lehnte einen Vorstoss ab, der Evolution und Schöpfung an den bernischen Schulen «gleichberechtigt» unterrichtet haben wollte.
Nachdem sich schon der Regierungsrat ablehnend geäussert hatte, ergab die Abstimmung im Berner Parlament folgendes Ergebnis: 99 Nein zu 23 Ja-Stimmen bei 25 (!) Enthaltungen. Damit war die von Erwin Burn (EDU) eingereichte Motion vom Tisch. Gemäss "espace" waren die 23 Ja-Stimmen aus den Reihen der EDU und der SVP, die zudem mit 13 Enthaltungen auffiel. Von den 13 EVP-Mitgliedern enthielten sich 8 der Stimme.
In der Debatte überwog am Ende die Ansicht, dass Schöpfung und Evolution – Glaube und Wissenschaft – nicht als gleichberechtigt betrachtet werden könnten. Für die SVP-Mehrheit erklärte Käthi Wälchli (Obersteckholz), die Bibel gehöre zwar auch in die Schule, aber nicht in den Biologieunterricht.
Erwin Sommer (EVP) setzte sich dafür ein, die Schöpfung im Fach Religion und die Evolutionstheorie im Fach Biologie zu behandeln. Das Problem bestehe eigentlich nur in der Umsetzung des Lehrplans, und zwar deshalb weil es Lehrkräfte gebe, die „den einen Teil extrem gewichten oder den anderen Teil lächerlich“ machten. Für Sommer schliesst der Glauben an den Schöpfer „die Entwicklung der Arten nicht aus“. Die Evolutionserklärung sei der momentane Stand der wissenschaftlichen Forschung aber „nicht die absolute Wahrheit“.
Im Namen der EVP forderte Sommer, dass den Kindern weder „das biblische Wissen, noch die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse“ vorenthalten würden. „Kinder dürfen nicht genötigt werden, etwas Bestimmtes zu glauben“, sagte Erwin Sommer und: „Kindern soll auch der Glaube an einen Schöpfergott nicht zerstört werden.“ Er regte an, so wie man für das Fach Biologie ein Lehrmittel über die Evolution habe, ein vergleichbares über die Schöpfung für das Fach Religion zu erarbeiten. Ein solches fehle in der Planung des Lehrmittelverlages. Die Gegenwehr von Andreas Brönnimann (EDU), der die Schöpfungslehre als gleichberechtigt auch im Biologieunterricht befürwortete und dem Thema nicht mit dem Mittel der „theistischen Evolution“ ausweichen will, vermochte letztlich nicht durchzudringen. Trotz allem war der EDU-Vorstoss und die in einem Schweizer Kantonsparlament wohl erstmalige Diskussion zum Thema ein mutiger Schritt, der weitere Aktionen fördern könnte.
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) meinte abschliessend, die Schule thematisiere ja auch die Schöpfung. «Das schöne Bild der Schöpfung gehört zu unserer Kultur.» Zudem sage die Evolution nichts darüber aus, ob Gott existiere.
In der schriftlichen Antwort zur Ablehung der Motion schrieb der Regierungsrat: „Die Evolutionstheorie liefert naturwissenschaftliche Grundlagen zur Frage nach der Entwicklung des Lebens. Sie schliesst den religiösen Glauben an einen Schöpfer nicht aus und gefährdet ihn auch nicht.“ Diese Aussage steht ungeprüft im Raum. Stimmt sie wirklich? Eindeutig ist, dass die materialistische Evolutionstheorie die Schöpfung so erklärt, dass sie den Schöpfer entthront. Motionär Erwin Burn hat das erkannt: „Für viele junge Menschen ist die Evolutionslehre Anlass, Gott aus ihrem Lebenskonzept zu streichen. Daher ist eine kritische Auseinandersetzung notwendig und sinnvoll.“
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