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Gymnasiast rechnet anders als die Nasa

(17. April 2008/fa.) - Im Jahr 2036 wird ein Asteroid mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:450 die Erde treffen. Ein deutscher Schüler berechnete diese Wahrscheinlichkeit anders und macht nun Schlagzeilen.

„Eine Kollision des Asteroiden Apophis mit der Erde wäre eine Katastrophe biblischen Ausmasses: Die freigesetzte Energie entspräche der von 65000 Hiroshima-Bomben. Staubmassen würden den Himmel für Jahre verdunkeln. Wenn der Brocken mit 320 Metern Durchmesser im Meer aufschlüge, wären riesige Tsunamis die Folge.“ So beschreibt „20Minuten“ die Folgen einer Asteroiden-Katastrophe auf der Erde.

Die Astronomen der US-Weltraumbehörde Nasa hatten die Wahrscheinlichkeit eines Aufschlags des Asteroiden Apophis während Jahren mit 1:45000 beziffert. Doch dann kam der 13-jährige Nico Marquardt vom Potsdamer Humboldt-Gymnasium: In seiner Arbeit «Der Killerasteroid Apophis» berechnete er eine Wahrscheinlichkeit von 1:450. Der Aufschlag würde am 13. Januar 2036 erfolgen.

Im Gegensatsz zur Nasa hat Nico bei seinen Berechnungen die These aufgestellt, dass der Asteroid im All mit einem der zahlreichen Satelliten, welche die Erde umkreisen, kollidieren und dadurch genau Richtung Erde abgelenkt werden könnte.

Nicos Rechnungen werden von Fachleuten aber als falsch taxiert. Das bestätigt etwa Markus Landgraf von der Europäischen Weltraumbehörde Esa gegenüber "Spiegel online". Auch Frank Spahn von der Universität Potsdam sagt: "Nico Marquardt hat weder die Nasa korrigiert noch düpiert."

Nicos Geschichte ist vor allem eine Story der Boulvard-Medien. Inzwischen musste sich die Potsdamer Hochschule bei der Nasa für die Angelegenheit zu entschuldigen. Die Nasa dementierte, dass sie sich bei Nico gemeldet und ihm Recht gegeben habe. Das war in den Berichten der vergangenen Wochen behauptet worden. Am Mittwochabend aber schickte die US-Weltraumbehörde eine Pressemitteilung um die Welt. Darin stellte Sprecher Dwayne Brown klar, dass man sich niemals mit dem Jungforscher aus dem Deutschland unterhalten habe. Und für eine Änderung der eigenen Einschätzungen zum Thema Apophis sehe man auch keinen Grund. 

Bei all dem Diskutieren geht vergessen, dass sein Rechenergebnis einen Tag festlegt, an dem grossen Teilen der Menschheit der Untergang droht.



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