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Landete Noah nicht auf dem Ararat?

(18. April 2008/rh.) - Der Google-Earth-Experte Timo Roller folgt einer neuen Theorie: Er will Noahs Arche nicht auf dem Berg Ararat, sondern südlicher, auf dem Berg Cudi, gefunden haben.

„Ich habe den Landeplatz der Arche gefunden – mit Google Earth!» Dieser euphorische Ruf kommt von Timo Roller, einem Experten für die virtuelle Suche bestimmter Plätze. Roller verfasste ein Buch – «Bible Earth»1 – in dem er beschreibt, wo sich mit der bekannten Satellitensuche biblische Stätten finden lassen. Schon vor einem Jahr schrieb er: «Falls Google Earth eines Tages hochauflösende Bilder des Berges Ararat ins Netz stellen sollte, kann man die Arche vielleicht selbst entdecken!»

Gemäss der Bibel (vgl. 1. Mose 8,4) strandete Noahs Schiff nach der weltweiten Flut auf dem Ararat-Gebirge im Randgebiet der heutigen Türkei und des Irak, das heute von Kurden bevölkert wird. Bessere Bilder vom berühmten Berg gibt es zwar immer noch nicht. Das sei aber nicht weiter schlimm, meint Timo Roller, denn die Arche sei wahrscheinlich gar nicht dort zu finden. Sie sei an einer anderen Stelle gelandet, dem Berg Cudi, meint er. Und von diesem gebe es seit einiger Zeit hochauflösende Satellitenbilder. Die meisten der bisherigen Arche-Expeditionen suchten den 5000 Meter hohen Ararat ab, der von mehreren Gipfeln gebildet wird. Dabei wurden speziell geformte, steinerne Strukturen gefunden und es wurde über fossile Holzstücke berichtet. Aber keine dieser Entdeckungen vermochte zu überzeugen. Manche Forscher gehen deshalb schon länger davon aus, dass am falschen Ort gesucht wurde. Diese Meinung teilt der Deutsche Timo Roller und erklärt, dass islamische und viele andere Quellen (z. B. Josephus) als Arche-Landeplatz den Berg Cudi in der türkischen Provinz Sirnak erwähnten. Zudem lasse die Bibel dies als Möglichkeit offen. Das erwähnte Gebirge Ararat scheine identisch zu sein mit dem assyrischen Urartu, einem Gebiet nördlich von Mesopotamien.

Im nicht nur bibeltreuen Band «Und die Bibel hat doch recht ...» kommt Werner Keller zum Schluss, dass der im Gilgamesch- Epos erwähnte Berg Nisir eher nicht auf den Ararat hinweise: «Altbabylonische Keilschrifttexte beschreiben sehr genau, wo der Berg Nisir zu suchen ist: Zwischen dem Tigris und dem Unteren Zab-Fluss, wo die wildzerklüfteten Gebirgsketten Kurdistans jäh aus den flachen Uferlanden des Tigris aufsteigen.» Keller, der den biblischen Text an vielen Stellen verbiegt, geht beim Sintflutbericht lediglich von einer lokalen Flut im Zweistromland aus. Deshalb stellt er sich Folgendes vor: «Eine Flutwelle vom Persischen Golf musste ein Schiff von hier (d. h. von der Heimat des babylonischen Noahs Utnapischtim) genau zum Kurdistan- Gebirge verschlagen!» Und der erste Berg nördlich des Tigris ist der Cudi Dagi, nahe der Grenzen zum Irak und zu Syrien. Auch der US-Amerikaner Bill Crouse2 zieht die Cudi-Dagi-Variante vor. Es gelte jetzt, entsprechende Untersuchungen durchzuführen. Zusammen mit Gordon Franz schrieb Crouse in der Zeitschrift «Bible and Spade» einen umfangreichen Report, in dem sie die verschiedenen Quellen ihrer These darlegen und ihre Ansicht begründen.

Lesen Sie den ganzen Bericht in factum 3/2008. Auch als Einzelheft beim Verlag erhältlich.

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