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Angst vor dem Weltuntergang

(18. April 2008/rh.) - Diesen Herbst will das Kernforschungszentrum Cern in Genf einen neuen Teilchenbeschleuniger in Betrieb nehmen. Ein Amerikaner will das verhindern.

Eine Schlagzeile in der Märzausgabe des Informationsdienstes «Topic» stach ins Auge: «Geht im Sommer 2008 in der Schweiz die Welt unter?» Thema ist der neue Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC; grosser Hadronen-Speicherring), der in den nächsten Monaten am Europäischen Labor für Teilchenphysik Cern in Genf in Betrieb genommen werden soll.

Während das Gros aller Kernphysiker den Experimenten mit Spannung entgegensieht, reden kritische Beobachter vom möglichen Weltuntergang. Der US-Bürger Walter L. Wagner etwa befürchtet, dass «schwarze Löcher» entstehen könnten, wenn der Teilchenbeschleuniger die Arbeit aufnimmt, und dass dies gleichbedeutend wäre mit dem Ende der Welt.

Wagner hat deshalb an einem Bezirksgericht im amerikanischen Bundesstaat Hawaii Klage eingereicht gegen das US-Energieministerium, das Fermilab, die National Science Foundation und das Cern. Damit will Wagner die Inbetriebnahme des LHC so lange verzögern, bis die Sicherheit des Beschleunigers bewiesen oder widerlegt ist.
Der LHC gilt als das neue Flaggschiff des Cern. Rund 9000 Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten damit. Hinter den Experimenten im neuen LHC stehen acht Jahre Forschungsarbeit. Der LHC steckt in einem 50 bis 100 Meter unter der Erde verlaufenden Tunnelring mit einem Umfang von 27 Kilometern. Zwischen dem französischen Jura und dem Genfer See in der Schweiz gelegen, wurde der Tunnel bereits in den 80er Jahren für den vorigen Beschleuniger, den grossen Elektron-Positron-Speicherring LEP, gebaut.

In der neugelegten Röhre wollen die Kernphysiker zwei Strahlen aufeinander schiessen, zuerst Protonen und später auch Bleikerne. Die beiden Strahlen werden in einer Kette von Vorbeschleunigern am Cern erzeugt und inden LHC eingespeist. Dort kreisen sie in einem Vakuum, das mit dem vergleichbar ist, welches im Weltall vorherrscht.

Supraleitende Magnete, die bei extrem niedrigen Temperaturen betrieben werden, führen den Strahl auf seiner 27 km langen Kreisbahn. Jeder Strahl besteht aus fast 3000 Teilchenpaketen, von denen jedes ungefähr 100 Milliarden Teilchen enthält. Gemäss Cern-Angaben sind die Teilchen so winzig, «dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass zwei davon aufeinandertreffen».

Wenn sich zwei Teilchenpakete durchdringen, kommt es lediglich zu geschätzten 20 Kollisionen, und das bei 200 Milliarden Teilchen. Doch durch die Beschleunigung im LHC kreuzen sich diese Teilchenpakete rund 30 Millionen Mal pro Sekunde, was bis zu 600 Millionen Kollisionen pro Sekunde ergibt. Damit werden Teilchenkollisionen mit bisher weltweit unerreicht hoher Energie erzeugt.

Lesen Sie den ganzen Beitrag in factum 3/2008. factum kann auch als Einzelheft bestellt werden.


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