Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Bekennende Gemeinschaften kritisieren Stammzellbeschluss

(24. April 2008/idea) – Scharfe Kritik am Bundestagsbeschlusss, die Forschung an embryonalen Stammzellen zu erleichtern, haben theologisch konservative Protestanten geübt.

Das Parlament hatte am 11. April entschieden, den Stichtag im Stammzellgesetz auf den 1. Mai 2007 zu verschieben und damit den Import jüngerer embryonaler Zellen nach Deutschland für die Forschung zu erlauben. Bisher durften nur embryonale Stammzellen - Menschen im frühesten Stadium - importiert werden, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden. Bei der Forschung mit diesen Stammzellen werden Embryonen zerstört.

Mit der Stichtagsverschiebung habe der Gesetzgeber seine sittliche Pflicht, die Unantastbarkeit von Leben und Würde des Menschen zu gewährleisten, sträflich missachtet, heisst es in einer Stellungnahme der Vorsitzenden der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, den Theologieprofessoren Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen) und Horst W. Beck (Baiersbronn bei Freudenstadt). Sie werfen CDU-Spitzenpolitikern, insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bildungsministerin Annette Schavan, vor, dem Druck einer Lobby aus Politik und Wissenschaft nachgegeben zu haben.

„Noch befremdlicher“ sei allerdings, dass der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), schon im Vorfeld der Bundestagsberatungen einer Stichtagsverlegung grundsätzlich zugestimmt habe. Dies sei „im markanten Gegensatz zu dem einmütigen Votum der katholischen Bischöfe Deutschlands“ geschehen. Damit sei Huber vom Grundkonsens christlicher Ethik abgewichen.



zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben