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Habermann: "Der Staat greift nach der Familie"
(25. April 2008/fa.) - Der Wirtschaftsphilosoph und Hochschullehrer Gerd Habermann sieht in Deutschland eine "Familienverstaatlichung" und Auflösung der Institution Ehe.
In einem Beitrag für das Magazin „Cicero“ kritisiert Prof. Habermann die Familienpolitik der deutschen Regierung. "Die Schulen sind staatlich, die Universitäten auch, nun wird auch das Vorschulkind in staatliche Obhut gegeben: Vom Ausbau der Krippen über Ganztagsschulen bis zur Kindergeldwirtschaft will man überlasteten Eltern helfen", schreibt Gerd Habermann. Er ist Professor an der Universität Potsdam und Leiter des Unternehmerinstituts "Die Familienunternehmer/ASU".
"Kann es vielleicht sein, dass der Staat die Familien nicht nur fürsorglich umarmt und sozialisiert, sondern zugleich erdrückt?", fragt Habermann, und meint weiter: "Die Institution der 'Familie' befindet sich seit langem in Konkurrenz zu dem Anspruch des Staates, die Untertanen oder Bürger einzeln an sich zu binden, zu homogenisieren und hierbei jede Konkurrenz auszuschliessen."
Habermann sieht in den aktuellen familienpolitischen Massnahmen des Staates eine Schwächung und Abhängigmachung der Familie, „sodass alle Bürger dem Staat in grösstmöglicher Gleichheit gegenüberstehen“.
Scharfe Kritik übt der Wirtschaftsphilosoph etwa an der Einrichtung von Krippen und Betreuungseinrichtungen für Kleinstkinder. Dies sei eine Variante der "Familienverstaatlichung", bei der "elterliche Funktionen auf staatliche Funktionäre übertragen" würden.
Dabei zeige sich jedoch, dass "eine Verstaatlichung der Familie eine unmittelbare Auswirkung auf die Reproduktionsrate in einer Gesellschaft" habe. "Je mehr der Staat sich einmischt, desto weniger Kinder werden geboren, obwohl viele Verstaatlichungsaktionen genau damit begründet werden, es den potentiellen Eltern doch leichter zu machen."
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