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Kirche ohne Vorrang für Evangelium?
(25. April 2008/idea) - Es sei eine Lebenslüge der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wenn sie sich evangelisch nenne, ohne dem Evangelium die oberste Priorität einzuräumen. Diese Ansicht vertrat der bis Ende 2007 im schaumburg-lippischen Landeskirchenamt tätige Oberkirchenrat Werner Führer (Bückeburg) am 19. April im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Walsrode).
Führer sprach auf dem Jahrestreffen des Gemeindehilfsbunds, einer Initiativgruppe theologisch konservativer Protestanten. Es gehe manchen Vertretern der Kirche eher darum, auf der Höhe der Zeit zu stehen und in der Gesellschaft eine anerkannte Rolle zu spielen. In der Praxis sei häufig die Frage bestimmend, wie gut man bei den Medien ankomme. Resultat dieser Anpassung an den Zeitgeist sei es, dass mittlerweile die Freikirchen sowie die römisch-katholische Kirche der Heiligen Schrift oft erstaunlich näher stünden, als dies die Landeskirchen von sich behaupten könnten.
Wegen ihrer geistlichen Defizite hätten diese in den letzten Jahren einen grossen Mitgliederschwund zu beklagen. Immerhin weise das EKD-Impulspapier „Kirche der Freiheit“ in die richtige Richtung, indem es zu missionarischen Aktionen aufrufe.
Pastoren sollten sich selbstkritisch fragen, so Führer, was ihren Terminkalender am meisten bestimme. „Sichten Sie Ihren Tagesablauf und reservieren Sie 80 Prozent Ihres Dienstes für missionarische Zwecke“, appellierte Führer an die knapp 50 Tagungsteilnehmer. Dies müsse im Auftrag und unter der Verheissung des Missionsbefehls Jesu Christi geschehen.
Geistliche sollten im Namen des dreieinigen Gottes lehren, ermutigen und die Sakramente evangeliumsgemäss verwalten. Jeder könne so dazu beitragen, dass die evangelische Kirche ihre verloren gegangene geistliche Identität zurückgewinne. Wenn das Evangelium wieder ihre oberste Sorge sei, könne sich die Kirche mit Recht evangelisch nennen, so der Referent.
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