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Trotz Störungen: Positive Bilanz des Christivals

(06. April 2008/idea) – Trotz Störungen des Christivals durch teils gewalttätige Demonstranten haben Vertreter des Jugendkongresses, der Bremischen Evangelischen Kirche und der dortigen Evangelischen Allianz ein positives Fazit gezogen.

Zu dem Treffen vom 30. April bis 4. Mai waren rund 16.000 Dauerteilnehmer nach Bremen gekommen. Der Vorsitzende des Christivals, Roland Werner (Marburg), sagte gegenüber idea: „Ich habe gemerkt, dass in den verschiedenen Szenen, die das Christival kritisiert hatten, sukzessive Selbstzweifel aufgekommen sind, ob man sich im Namen der Toleranz intolerant verhalten sollte.“ Manche erkennten, dass das Bild, das im Vorfeld von den jungen Christen gezeichnet worden sei, nicht der Wahrheit entspreche. Werner berichtete, dass nach dem Abschlussgottesdienst ein Bremer Bürger, der sich als Nichtchrist bezeichnet habe, auf ihn zugekommen sei und sich bei ihm für die öffentlichen Anfeindungen entschuldigt habe.

Die Kritiker, die hauptsächlich aus der homosexuellen, linken oder atheistischen Szene kamen, hatten sich vor allem an zwei Seminaren zum Thema Homosexualität und Abtreibung gestört, von denen das Erstgenannte bereits im Januar abgesetzt worden war.

Der Schriftführer (theologische Repräsentant) der Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms, sagte auf idea-Anfrage, es sei besser, miteinander statt übereinander in der Öffentlichkeit zu reden. Man habe im Vorfeld des Kongresses zu wenig auf die Jugendlichen selbst geschaut. Brahms: „Ich habe das Christival so erlebt, dass da Jugendliche zusammengekommen sind, die ausgesprochen selbstbewusst, offen, kritisch und fromm sind. Mich hat das gelehrt, dass man diesen jungen Menschen eine Menge zutrauen kann.“ Brahms kündigte an, zur Nachbereitung des Christivals und im Vorfeld des Kirchentags 2009 in Bremen sowohl Kritiker als auch Unterstützer des Jugendkongresses an einen Tisch zu holen. Für die Veranstaltung im kommenden Jahr wünsche er sich, dass die Vielfalt der Kirche wirklich deutlich werde.

Der Vorsitzende der örtlichen Allianz, Pastor Bernd Bierbaum, sagte gegenüber idea, die jungen Christen hätten in Bremen nur die besten Eindrücke hinterlassen. So hätten einige Strassenbahnfahrer, die am 1. Mai aufgrund des Jugendkongresses Sonderschichten fahren mussten, hinterher gesagt, dass sie das gerne noch einmal machen würden. Die Jugendlichen hätten gesungen, für die Fahrer gebetet und sie getröstet, weil sie an Himmelfahrt arbeiten mussten, hiess es in mehreren Berichten. Viele seien von der Freundlichkeit der Jugendlichen überrascht gewesen, so Bierbaum. 

Der Pastor sprach von einem „sehr positiven Kick“ für die jungen Christen in der Hansestadt. Etwas verwundert gab sich Bierbaum über das Bremer Ordnungsamt: „Ich bin etwas konsterniert, dass das Ordnungsamt es zweimal genehmigt hatte, eine Kundgebung gegen das Christival in unmittelbarer Nähe zum Christival-Gelände durchzuführen.“ Auch vom Bürgermeister der Stadt, Jens Böhrnsen (SPD), forderte er eine Erklärung, warum er sich etwas von dem Jugendkongress distanziert habe. Der Sozialdemokrat hatte am 2. Mai Verständnis für die scharfen Kontroversen um den Jugendkongress gezeigt, sich zugleich aber für eine friedliche Auseinandersetzung ausgesprochen.



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