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Spiritualität und Gesundheit gehören zusammen

(07. Mai 2008/fa.) – Geistige Faktoren beeinflussen die Genesung und die Lebensqualität von Patienten. Um diese Einsicht ging es an einem Kongress in Bern.

Eine schwere Krankheit konfrontiert Menschen mit der Endlichkeit des Daseins. Es liegt daher auf der Hand, dass sich Medizin und Pflege im Spitalalltag darauf einstellen und fragen, wie Glaube und Spiritualität in den Heilungs- und Pflegeauftrag einbezogen werden könnten. „Doch dem ist nicht so“, betonte René Hefti, Chefarzt der Klinik SGM Langenthal und Leiter des Forschungsinstituts für Spiritualität und Gesundheit (FISG), am 2. Mai gegenüber „ideaschweiz“. Noch seien Medizin und Pflege in unseren Spitälern von einer Angst vor Religion und Glaube geprägt. Der Kongress zum Thema «Religiosität, Spiritualität und Gesundheit» wolle deshalb die wichtigen Forschungsresultate und Erfahrungen in den USA und Europa zusammenstellen.

Prof. Harold C. Koenig von der Duke University in Durham NC, einer der Hauptpromotoren der Forschung über «Religion, Spirituality and Health» (RSH) in den USA, wies auf zahlreiche Studien hin, welche die positiven Auswirkungen eines gesunden Glaubenslebens auf Heilungsprozesse belegen. Seine Hauptthese lautet: Religiöser Glaube und Praxis ist eine wichtige Hilfe im Umgang mit Krankheit, Schmerzen, Leiden und traumatischen Erfahrungen. Doch leider werde Religion und Glaube von Fachleuten in Medizin und Therapie oft als emotionale Störung diagnostiziert, bedauert der Forscher. Seine Arbeit treibe ihn daher an, seine Erkenntnisse auch in den medizinischen Alltag Europas zu integrieren, was er durch Bücher, Videos und Vorträge tut.

Wie Fritz Imhof im „ideamagazin“ weiter schreibt, spielten nicht nur Forschung und Medizin an der Konferenz eine wichtige Rolle, sondern auch die Pflegepraxis in den Spitälern. Die Pflegefachfrau Hildegard Holenstein habe zum Beispiel betont: «Es ist nicht die Krankheit, die wir bewältigen wollen, es ist der kranke Mensch, den wir in seinem Kranksein ein Wegstück seines Lebens begleiten.“ Dies heisse für die Pflegenden, nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistigen Bedürfnisse zu beachten. Dies liege nahe, weil eine schwere Krankheit die Betroffenen und ihre Angehörigen nicht nur auf die Endlichkeit des Daseins hinweise, sondern sie nach dem Sinn von Leiden und Tod fragen lasse. «Da erhalten spirituelle Grundlagen besondere Bedeutung.»

Die Spiritualität sollte deshalb in der Pflege einen sichtbaren Platz erhalten. Sonst könne die Pflege «nicht zur vollen Entfaltung kommen. Das Pflegekader müsse dazu die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, auch in der Aus- und Weiterbildung, forderte Frau Holenstein.

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