Tabubruch: Eingriff ins menschliche Erbgut
(14. Mai 2008/rh.) - Erstmals wollen US-Mediziner einen menschlichen Embryo gezielt genetisch verändert haben. Der Tabubruch fand bislang keine öffentliche Diskussion.
Vor einem halben Jahr hatte ein Forscherteam um Nikica Zaninovic (Cornell University New York) auf der Jahrestagung der US-Gesellschaft für Reproduktionsmedizin beschrieben, wie sie einen Teil eines menschlichen Embryos genetisch modifizierten und ihn dann nach fünf Tagen Wachstum wieder zerstörten.
Das bedeutet, dass zum ersten Mal ein menschlicher Embryo gezielt genetisch verändert wurde - ein Tabubruch, ein massloser Zugriff auf die unantastbare Würde des Menschen. Erstaunlich nur, dass dieses Experiment damals nicht öffentlich bekannt wurde. Erst jetzt, nach einem halben Jahr, informiert die Londoner "Times" die breite Öffentlichkeit. Grund ist der, dass in Grossbritannien über ein neues Gesetz abgestimmt wird, das die Schaffung genetisch modifizierter Embryonen erlauben würde - genauso wie die Forschung an Mischwesen aus Menschen und Tieren. Versuche also, wie sie von einem britischen Team vor Wochen vorstellt wurden. Die Nachricht von der Chimäre aus Newcastle („0,1 Prozent Kuh und 99,9 Prozent Mensch“) hatte Aufsehen erregt.
Genveränderungen im Embryonalstadium sind unumkehrbar und werden an alle nachfolgenden Generationen weitergegeben. Wäre der Mensch technisch dazu in der Läge, würden sich Eltern wohl ihr Wunschkind „zusammenstellen“.
Die Forscher begründen ihren Versuch damit, sie hätten durch das Experiment studieren können, wie sich Krankheiten ausbreiten. Und – so im Nebensatz - ausserdem könnten genveränderte Embryos womöglich besser Stammzellen liefern als herkömmliche.
Mit dem Wissen um Aussagen, wie sie in Psalm 139 stehen („...du hast mich im Leib meiner Mutter geformt ... Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde ... du hast mich gesehen, bevor ich geboren wurde“) wird das Ausmass der menschlichen Überheblichkeit, die nichts mehr heilig hält, erschreckend deutlich.
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