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Mordprozess von Malatya: Angeklagte beteuern Unschuld

(15. Mai 2008/idea) – Die fünf Angeklagten im Prozess wegen der Ermordung von drei evangelikalen Christen in der Türkei haben ihre Unschuld beteuert und sich gegenseitig beschuldigt.

Am 18. April 2007 hatten fünf junge Muslime den Deutschen Tilmann Geske sowie die Türken Necati Aydin und Ugur Yuksel im Zirve-Verlag in Malatya (Ost-Türkei) gefesselt und gefoltert, bevor ihnen die Kehlen durchgeschnitten wurden. Yuksel war ledig, Aydin verheiratet und Vater von zwei Kleinkindern. Geske hinterliess seine Frau Susanne und drei Kinder. Der Staatsanwaltschaft zufolge handelten die Täter aus Hass auf christliche Missionare. Sie sind wegen Mordes und der Bildung einer bewaffneten Vereinigung angeklagt. Ihnen drohen lebenslängliche Freiheitsstrafen.

Im Prozess, der am 12. Mai fortgesetzt wurde, behaupteten die Angeklagten Hamid Ceker, Cuma Özdemir, Abuzer Yildirim, Salih Gurler und Emre Gunaydin, sie hätten die Morde nicht geplant und auch nicht persönlich ausgeführt. Wie der Informationsdienst Compass Direct weiter berichtet, erklärte Gunaydin, der als Haupttäter verdächtigt wird, in einer schriftlichen Aussage, man habe lediglich Informationen über den Verlag sammeln und an die Presse geben wollen. Die Angeklagten hätten Messer mitgenommen, um sich zu verteidigen. Mit den drei Schusswaffen, die sie bei sich trugen, habe man lediglich Platzpatronen abfeuern können. Er habe die Opfer nur geschlagen, aber nicht getötet; er habe auch niemanden dazu angewiesen. Er habe aber gesehen, wie Gurler Yuksel erstochen habe. Die anderen vier Angeklagten behaupten, Gunaydin habe den Überfall geplant. 

Der Staatsanwalt fragte Gunaydin, ob er einen Mann namens Metin Dogan kenne. Dieser befindet sich wegen der Tötung eines Mannes, der seinen Bruder umgebracht hatte, im Gefängnis. In einem den Nebenklägern erst jetzt bekannt gewordenen Brief vom 5. Februar an das Gericht hatte er erklärt, ihm seien im Jahr 2005 umgerechnet rund 200.000 Euro für die Tötung von Mitarbeitern des Zirve-Verlags angeboten worden. Von Kind auf gehöre er der ultra-nationalistischen Jugendorganisation Ulku Ocaklari an, die mit der Partei der Nationalistischen Bewegung in Verbindung stehe. Diese habe den Tötungsauftrag erteilt. Er selbst habe ihn nicht ausführen können, weil er unterdessen inhaftiert worden sei. Der Auftrag sei dann an Gunaydin weitergegeben worden.

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