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Eltern im «Tal der Tränen»

(16. Mai 2008/fa.) - Das schwere Erdbeben in China zerstörte viele Schulen. Tausende Kinder verloren ihr Leben. Das ist hier besonders tragisch: Wegen der staatlichen Geburtenkontrolle haben die meisten Eltern ihr einziges Kind verloren.

«Die Provinz Sichuan wurde zum Tal der Tränen», schreibt die «Los Angeles Times». Vom Erdbeben waren besonders viele Schulen betroffen, die wie Kartenhäuser einstürzten. Nicht nur in Xingfu, auch in Städten wie Mianzhu, Beichuan, Hanwang oder Dujiangyan wurden Tausende Kinder verschüttet.

Die Wut der Eltern über die offenkundig schlecht gebauten Schulhäuser ist grenzenlos. Doch noch grösser sind Trauer und Verzweiflung. Viele Eltern haben ihr einziges Kind verloren. Vom Staat verordnet durften sie nur ein Kind haben. In der bevölkerungsreichen Provinz Sichuan wird die Ein-Kind-Politik unter den armen Bauern eisern durchgesetzt. «Etwa 90 Prozent der Leute hier haben nur ein Kind», sagte eine Frau, deren fünfjährige Tochter das Beben überlebt hat, der «Los Angeles Times».

Die Bauern hätten kaum genug Geld, um sich selbst durchzubringen, sie könnten sich die happigen Bussen gar nicht leisten, die bei einem Verstoss gegen die Ein-Kind-Politik fällig sind. Umso härter trifft sie der Verlust des einzigen Kindes, das gemäss chinesischer Tradition für die Eltern sorgen soll, wenn diese alt geworden sind.

Reporter aus dem Katastrophengebiet berichten über schreckliche Szenen, etwa von Vätern, die mit blossen Händen in den Trümmern der Schulen nach ihren Kindern suchten.

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