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Dalai Lama in Indien vor Gericht

(16. mai 2008/fa.) - Der Führer im tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama, ist wegen Menschenrechtsverletzung vor dem Obersten Gerichthof Indiens angeklagt.

Während der XIV. Dalai Lama in den westlichen Medien als ein "Gott zum
Anfassen" (Spiegel) gefeiert wird, läuft seit dem Frühjahr 2008 ein Verfahren gegen ihn wegen Menschenrechtsverletzung und Hinderung der freien Religionsausübung am höchsten Gericht seines Gastlandes Indien.

Kläger ist die Dorje-Shugden-Society, eine Gruppierung tibetischer Mönche, die den Schutzgott Dorje Shugden verehrt. Am 05. Mai  2008 gaben die Dorje Shugden Anhänger in einer Presserklärung bekannt, dass sie weltweit und insbesondere auch bei dem Deutschland-Besuch des XIV. Dalai Lama vom 16. bis zum 19. Mai gegen ihn demonstrieren werden.

Die Anklagepunkte gegen den tibetischen Religionsführer lauten: Unterdrückung religiöser Minderheiten, Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäusserung, Inquisition, anti-demokratische Machenschaften, Denunziationen, Heuchelei, Doppelmoral.

In einer Studie zeigen Victor und Victoria Trimondi detailliert auf, was hinter diesen Anschuldigungen steckt und worum es im Konflikt geht. Sie untersuchten den Shugden-Fall insbesondere unter der Frage, ob der exiltibetische Staat und der XIV. Dalai Lama die "Trennung von Staat und Kirche" wirklich anerkennen.

Die Auseinandersetzung ist ein Krieg der Orakelgötter. Für Victor Trimondi ist klar: "Der erbitterte Kampf des XIV. Dalai Lama gegen den Dorje-Shugden-Geist zeigt: die Grundgesetze des säkularen und humanistischen Staates haben für
den tibetischen Religionsführer keine Bedeutung."

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