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Das Skelett von Donald Duck wirft Fragen auf

(31. Mai 2008/fa.) - Die Sonderausstellung „Animatus“ im Naturmuseum Basel zeigt faszinierende Skelett-Rekonstruktionen bekannter Comic-Figuren. Damit fordert der südkoreanische Künstler Hyungkoo Lee zum Nachdenken heraus. Was ist in Museum wirklich real und was mehrheitlich Fantasie?

Mit der Methodik eines Fossilienforschers ist der südkoreanische Künstler Hyungkoo Lee Comic-Figuren auf die Spur gegangen. Entstanden sind dreidimensionale, täuschend echte Skelett-Nachbildungen. In der in Basel gezeigten Sonderausstellung "Animatus" verschwinden die Grenzen zwischen Kunst und Naturwissenschaft und regen so den Besuchenden an, Fragen zu stellen. Wie wissen wir eigentlich wie ausgestorbene Tiere wie die Dinosaurier wirklich aussahen?

Der Künstler Hyungkoo Lee vertauscht mit seinen Objekten bewusst Begriffe
und Methoden der Naturwissenschaft und der Kunst und spielt sie gegeneinander aus. Dem Besuchenden werden durch die Skelette die reale Existenz von Bugs Bunny, Tom & Jerry, Roadrunner & Karl dem Koyoten, Donald Duck und seinen Neffen suggeriert. Trotzdem ist alles Fiktion und nur in unserer Fantasie werden die Figuren zum Leben erweckt. Die Ausstellung lädt den Betrachter zum Querdenken ein.

Hyungkoo Lee rekonstruiert Skelette aufgrund von bekannten Wesen statt umgekehrt wie in der Naturwissenschaft üblich und stellt damit die wissenschaftliche Methode auf den Kopf. Die Knochen seiner Kunstwerke basieren auf Anatomiezeichnungen und sind bis ins letzte Detail modelliert. Seine Werke tragen, wie die ausgestellten Tiere im Naturhistorischen Museum, lateinische Namen. Dem Publikum präsentieren sich ungewöhnliche, bizarre und anmutige Objekte, die auf den ersten Blick wie echt aussehen.

Die Präparatoren des Naturhistorischen Museums Basel versuchten den Skeletten von Hyungkoo Lee auf die Spur zu kommen. Dem Skelett von „Canis Latrans Animatus“ wurden nach wissenschaftlichen Methoden Muskelstränge aufmodelliert und die Körperform gebildet. Die Gegenüberstellung der Werkstudie der Präparatoren mit dem Werk des Künstlers wirft Fragen auf:
-Wie kommt ein Gesamtbild aus Fragmenten überhaupt zustande?
- Entsprechen Rekonstruktionen von Dinosauriern und anderen ausgestorbenen Tieren der Realität? In Filmen sehen wir animierte Dinosaurier und glauben deshalb zu wissen, wie diese ausgesehen haben.

Der Besuchende erwartet in einem naturhistorischen Museum Darstellungen zu sehen, die ein Abbild der Natur zeigen, aber auch in der Naturwissenschaft gibt es Raum für Interpretationen. Was also ist real, was wir in einem Museum sehen und was ist Interpretation? Dem Naturmuseum Basel gebührt Respekt für den Mut, das naturwissenschaftliche Schema zu durchbrechen und unbequeme Fragen zuzulassen. Die Sonderausstellung „Animatus“ im Naturhistorischen Museum Basel ist noch bis zum 31. August 2008 zu sehen.

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