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Mehr kirchliche Anerkennung für messianische Juden
(02. Juni 2007/idea) – Die messianisch-jüdische Bewegung in Deutschland erfährt zunehmend kirchliche Anerkennung. Noch vor wenigen Jahren mieden hochrangige Kirchenvertreter Kontakte zu Juden, die an Jesus als den im alten Testament angekündigten Messias glauben.
Bisher wurden messianische Juden überwiegend als Störenfriede des christlich-jüdischen Dialogs betrachtet. Ein Wandel wurde jetzt beim Jahresfest des Evangeliumsdienstes für Israel (EDI/Echterdingen bei Stuttgart) deutlich, der vier messianische Gemeinden unterstützt.
Der Generalsekretär des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland, Pfarrer Bernhard Dinkelaker (Stuttgart), hob auf dem Treffen am 1. Juni die Gemeinschaft derer hervor, „die im Namen Jesu zusammenkommen“. Die messianische Bewegung sei ein Zeugnis dafür, dass Jesus in der Welt wirke. „Wir gehören zusammen, weil Jesus zusammen hält, was menschliche Schwäche und Schuld auseinander reißen“, sagte Dinkelaker. Im Namen der württembergischen Landeskirche, der Württembergischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission und des Evangelischen Missionswerks dankte er allen, die Jesus als Friedensfürst bekennen.
Nach Angaben des EDI leben in Deutschland bis zu 2.000 Juden, die an Jesus glauben. Die meisten sammelten sich in eigenen Gemeinden, andere hätten sich Kirchengemeinden angeschlossen. Vor 20 Jahren hätten sich nur ein Dutzend Menschen als „Judenchristen“ bezeichnet.
Wie in Deutschland wächst diese Bewegung auch in Israel. Der Leiter der Israelischen Bibelgesellschaft, Victor Kalisher (Jerusalem), schätzt, dass die rund 120 messianischen Gemeinden inzwischen etwa 15.000 Mitglieder haben. Vor fünf Jahren sprachen Experten von rund 6.000 jesusgläubigen Juden in rund 100 Gemeinden.
Laut Kalisher sind die messianischen Gemeinden sehr missionarisch. Bei einem New-Age-Festival verteilten ehrenamtliche Mitarbeiter 5.000 Neue Testamente mit Verstehenshilfen für Juden. In 120 Bussen durften sie Hinweise auf den Messias Jesus anbringen lassen.
Zur Verbreitung der Jesus-Botschaft trügen ebenfalls Medienberichte über Angriffe orthodoxer Gruppen auf messianische Gemeinden und Repräsentanten bei, so Kalisher. Nach der Verbrennung mehrerer hundert Neuen Testamente in Or Yehuda bei Tel Aviv hätten viele Israelis nicht nur Abscheu über die Tat bekundet, sondern sich in christlichen Bibelläden auch nach den Inhalten der angeblich gefährlichen Bücher erkundigt.
Besondere Aufmerksamkeit fänden Hilfsaktionen für sudanesische Flüchtlinge, die meist illegal über Ägypten einreisten. Allein im vergangenen Jahr kamen 10.000 Personen, die mangels offizieller Unterstützung durch israelische Behörden grosse Not litten, berichtete der Leiter des Bibelladens in Tel Aviv, Andy Ball. Nur die messianischen Gemeinden kümmerten sich um diese Menschen. Der 1971 entstandene EDI unterstützt die Bibelgesellschaft beim Herstellen und Drucken biblischer Literatur. Geschäftsführer ist seit 1989 Diakon Hartmut Renz (Stuttgart). Als Vorsitzender amtiert Pfarrer Joachim Rieger (Mössingen bei Tübingen).
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