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120 000 Euro gefunden und abgegeben!

(11. Juni 2008/rh.) – Bei einer Wohnungsräumung entdeckt ein Mann in einem alten Wäschetrockner 120000 Euro. Doch der ehemalige Kriminelle gibt alles ab, weil er ein neues Leben in Christus gefunden hat.

Ein ungewöhnliche Schlagzeile sprang gestern in der „SHZ“ ins Auge: „120000 Euro gefunden – abgegeben!“ Die Rede ist vom 26jährigen David. Seinen ganzen Namen will der ehemalige Drogenabhängige und Dealer nicht nennen. Er war fast zehn Jahre lang abhängig von „Kristall“, einem Aufputschmittel auf Amphetaminbasis. Die Droge veränderte seine Persönlichkeit. David verlor seine Familie, er wurde zum Dealer und lebte in der kriminellen Szene.

"Ich habe früher Leute für zwei Euro geschlagen", sagt David. Jetzt lieferte er einen Fund von 120000 Euro ab. Denn was früher war, hat er hinter sich gelassen. Im Haus Betel in Neumünster hat er auf die Botschaft des Evangeliums reagiert. Er fand zum Glauben an Jesus Christus. Sein neues Denken über Gott schenkte ihm eine neue Lebenssicht.

In Betel werden 15 ehemalige Drogenabhängige betreut. Das Arbeiten ist Teil der Therapie. Neben Spenden finanziert sich die Hilfseinrichtung durch den Verkauf von Möbeln aus Haushaltsauflösungen.

Und just bei einer solchen Wohnungsauflösung im Auftrag eines Nachlassverwalters fand David im Neumünsteraner Stadtteil Gartenstadt einen Geldschatz. In einem alten Wäschetrockner lagen Personaldokumente einer verstorbenen alten Dame - und viele, sehr viele gebündelte Geldscheine. David, der noch nie so viel Geld auf einmal gesehen hat, erinnert sich: „Ich habe nicht eine Minute daran gedacht, das Geld für mich zu behalten." Er lieferte die Summe auf den Cent genau der Leitung von Betel ab, die den Nachlassverwalter informierte.

Zwar habe er sich im Nachhinein ausgemalt, was man mit dem Geld alles hätte machen können, erzählte David der „shz“. Doch er habe durch Gott zu einem neuen Leben gefunden. Deshalb sei er stark geblieben und „nicht wieder in der alten Falle gelandet“. Er würde wieder so handeln.

Die international tätige Organisation Betel bietet Hilfe suchenden Drogenabhängigen oder Randständigen eine offene Tür. In vielen Städten Spaniens, in mehreren europäischen Ländern und rund um den Globus gibt es heute Lebenshilfezentren von Betel. Momentan befinden sich über 1700 Menschen weltweit bei Betel in Therapie – und fast alle Zentren werden von ehemaligen Suchtabhängigen geleitet, die heute frei von der Sucht Gott dienen. Die Therapie ist weitgehend kostenlos, der Aufenthalt ist freiwillig und kann jederzeit abgebrochen werden. Allerdings sei für eine erfolgreiche Therapie mindestens ein Jahr einzuplanen, schreibt die seit 1995 auch in Deutschland arbeitende Organisation.

Leiter von Betel in Neumünster ist der gebürtige Mexikaner Raul Reyes. Er lobt David für dessen Ehrlichkeit. Zwar sei die Einrichtung ständig auf Geld angewiesen, „aber nicht auf diese Weise“. Gott habe sie bis jetzt noch immer versorgt.

Der gesetzliche Finderlohn beträgt bei derart hohen Beträgen drei Prozent. Nachlassverwalter Matthias Roese aus Melsdorf sagte nach Absprache mit der Erbengemeinschaft fünf Prozent oder 6000 Euro zu. Für Betel ist das eine grosse Hilfe.

Betel ist Teil des WEC International und Mitglied der ACL (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Lebenshilfen e.V.). Reyes: „Was uns ausmacht, ist unser Glaube an Jesus Christus und die immer wiederkehrende Erfahrung, dass Menschen durch Jesus einen ganz neuen Anfang machen können – egal, in welcher Lebenssituation sie sich befinden.“

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