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Malatya-Prozess verläuft schleppend

(12. Juni 2008/idea) – Im Prozess wegen der Ermordung von drei evangelikalen Christen in der Türkei schieben sich die Angeklagten weiterhin gegenseitig die Schuld zu.

Am 9. Juni erschienen erstmals nicht nur die fünf mutmasslichen Haupttäter, sondern auch zwei als Komplizen Verdächtige im Gericht von Malatya (Ost-Türkei).

Im dortigen Zirve-Verlag hatten am 18. April 2007 fünf junge Muslime den Deutschen Tilmann Geske sowie die Türken Necati Aydin und Ugur Yuksel gefesselt und gefoltert, bevor sie ihnen die Kehlen durchschnitten.

Yuksel war ledig, Aydin verheiratet und Vater von zwei Kleinkindern. Geske hinterliess seine Frau Susanne und drei Kinder. Wegen Mordes angeklagt sind Hamid Ceker, Cuma Özdemir, Abuzer Yildirim, Salih Gurler und Emre Gunaydin.

Vier von ihnen beschuldigen Gunaydin, die Opfer getötet zu haben. Sie hätten wegen seiner Verbindungen zur Polizei und zur Mafia sowie aufgrund seiner Drohungen gegen ihre Familien Angst gehabt. Erstmals wurden die mutmasslichen Komplizen Kursat Kocadag und Mahmet Gokce in Anwesenheit der übrigen Angeklagten vernommen. Sie konnten jedoch, wie der Informationsdienst Compass Direct berichtet, die Widersprüche in den Aussagen der Angeklagten nicht aufklären. Gunaydin weigere sich zudem, auf Fragen der Nebenkläger zu antworten.

Laut Compass Direct gibt es Vermutungen, dass hinter dem Angriff auf die christlichen Verlagsangestellten einflussreiche Angehörige der Sicherheitsbehörden stünden. So habe der Religionswissenschaftler Ruhi Abat von der Inönü-Universität in Malatya zu Protokoll gegeben, dass er im Jahr 2003 in Kontakt zu Militäroffizieren und Angehörigen der Gendarmerie gestanden habe. Er habe ihnen geholfen, Aktivitäten christlicher „Missionare“ in der Region zu erforschen und zu überwachen.

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