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Ehemalige Juden und Muslime im Rhein getauft

(24. Juni 2008/idea) – 29 Frauen und Männer, darunter acht ehemalige Muslime und zwei Juden, die sich für den Glauben an Jesus Christus entschieden haben, sind am 22. Juni in Köln im Rhein getauft worden.

Die Getauften hatten in der über 500 Mitglieder zählenden russlanddeutschen Freien EvangeliumsChristen Gemeinde im Stadtteil Ostheim zum christlichen Glauben gefunden.

Diese Gemeinde arbeitet missionarisch unter Zuwanderern aus dem Iran und Zentralasien, unter russischen und ukrainischen Juden, aber auch unter Deutschen. Mittlerweile haben sich jeweils rund 20 Iraner und christusgläubige Juden der Gemeinde angeschlossen.

„Dies ist der schönste Tag, den Gott mir jemals gab“, bekannte eine der getauften Frauen, die aus dem mittelasiatischen Kirgisien stammt. Ihr Mann ist Jude, ihre Vorfahren väterlicherseits sind Muslime, ihr Grossvater war islamischer Geistlicher und wurde in den 1930er Jahren von Kommunisten verschleppt und getötet.

Ihrem Tauftag fieberte sie nach eigenen Bekunden entgegen „wie eine Braut dem Hochzeitstag“. Vor der Taufhandlung legte jeder Taufbewerber ein öffentliches Bekenntnis zu Jesus Christus ab und wurde daraufhin von Gemeindepastor Daniel Siemens und drei weiteren Pastoren durch Untertauchen getauft.

Pastor Heinrich Derksen (Bonn) sagte in seiner Predigt, die Taufe sei keine Garantie für den Einzug in den Himmel, sondern ein erster Schritt des Gehorsams gegenüber Gott, dem weitere folgen müssten. Bereits am 29. Juni ist der nächste Taufsonntag der Gemeinde vorgesehen. Dann werden acht weitere Taufbewerber in einem See bei Leverkusen getauft. Dort besteht eine Tochtergemeinde mit rund 60 Mitgliedern.

In der Gemeinde betreut Regina Stirtz zusammen mit Prediger Jakob Kroeker einen Hauskreis russischsprachiger Juden. „Es ist ein geistlicher Durchbruch, wenn sich Juden trotz ihrer kritischen Grundhaltung dazu durchringen, an Jesus zu glauben,“ sagte sie gegenüber idea. Einige Hauskreis-Besucher haben noch immer Angst vor der Taufe. Sie befürchten, dass ihnen ihr ethnischer Status als Jude abgesprochen wird und sie dadurch ihre Rechte als Zuwanderer verlieren, wenn sie durch die Taufe zum Christentum übertreten, so Pastor Derksen. In der Kölner Synagoge sei auf grossen Plakaten vor der Freien EvangeliumsChristen Gemeinde gewarnt worden.

Die 58-jährige Jüdin Raissa Schewzowa bekümmert dies nicht. Wie sie gegenüber idea ausführte, glaubt sie schon seit 35 Jahren insgeheim an Jesus. Aber erst mit der Taufe habe sie das wahre Glück gefunden.

Eine der getauften Frauen aus dem Iran, die namentlich nicht genannt sein möchte, berichtete gegenüber idea, dass sie aus einer kommunistischen Familie stammt. Als Regimegegnerin habe sie ihre Heimat verlassen müssen. Nach langem Suchen sei sie durch eine christliche Fernsehsendung Christin geworden. „Wenn möglichst viele an Jesus glaubten, wird sich die Welt verändern, nicht nur im Nahen Osten“, so ihre Überzeugung.

Der Druck, der auf den Christen laste, sei enorm, berichtete ein evangelischer Pastor aus dem Iran am Rande der Tauffeier. So übten die Behörden in der südpersischen Metropole Schiras massiven Druck auf die dortigen etwa 500 Christen aus. Sie würden in Kleingruppen verhört und bedroht, damit sie Namen und Adressen noch anderer Christen preisgeben. Bislang könnten sie den Repressionen widerstehen, brauchten aber dringend Gebetsunterstützung, so der Pastor. Im Iran sind 98 Prozent der rund 75 Millionen Einwohner Muslime. Der Anteil der Christen wird auf 0,6 Prozent geschätzt.

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