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Hoffmann: Kirchen sind dem Zeitgeist verfallen

(02. Juli 2008/idea) – Die Landeskirchen sind dem Zeitgeist verfallen und „verkündigen ein säkulares Evangelium von ihren Kanzeln“. Diese Ansicht vertrat der Philosophieprofessor und Vorsitzende des Evangelischen Aufbruchs in Deutschland (EAD), Thomas Hoffmann (Bochum), auf dessen Mitgliederversammlung am 28. Juni in Bornheim bei Bonn.

An der Bibel und den Bekenntnisschriften orientierte Gruppen sollten nach seinen Worten aber nicht Freikirche werden, sondern unabhängige bekennende Gemeinden aufbauen. Im Rheinland, in Westfalen und Hessen gebe es bereits sechs derartige „Bekennende Gemeinden“. Wenn ihre Zahl weiter steige, werde eine eigene Leitungsstruktur benötigt. Auch die Bekennende Kirche im Dritten Reich sei im Prinzip eine solche „Parallelkirche“ gewesen.

Laut Hoffmann läuft die Entwicklung in der Europäischen Union auf eine zunehmende Trennung zwischen Kirche und Staat hinaus. Als Folge würden die Landeskirchen in Deutschland deutlich an Einfluss verlieren: „Die grossen Tanker namens Landeskirchen werden nicht mehr allzu lange auf See sein“, sagte er gegenüber idea. 

Hoffmann zufolge beschäftigen sich Evangelikale bisher kaum mit Strukturfragen, da sie zu sehr auf eine gefühlvolle Herzensfrömmigkeit konzentriert sind. Allein damit könnten sie sich aber gegen den Druck des Säkularismus nicht behaupten. Nötig sei eine „intellektuelle Aufrüstung“ der Evangelikalen.

Der EAD wolle „wachen jungen Christen“ in Zukunft verstärkt ein Schulungsprogramm anbieten. Auf Tagungen und Rüstzeiten analysiere man die gegenwärtige Zeit und Kultur aus biblisch-reformatorischer Sicht und stelle sich philosophischen, ethischen und weltanschaulichen Grundsatzfragen.

Nach Hoffmanns Worten herrscht der Zeitgeist in Kirche und Gesellschaft nicht zuletzt durch eine „politisch korrekte Sprache“ (political correctness), die den Menschen vielfach gegen ihren Willen aufgenötigt werde. Die „politisch korrekte Sprache“ stehe unter anderem im Dienst von Versuchen, vom Schöpfer gewollte Unterschiede einzuebnen und eine künstliche Gleichheit zwischen den Menschen herzustellen.

Zum Beispiel würden die männliche und die weibliche Identität negiert und stattdessen ein „geschlechtsneutraler“ Mensch herbeigeredet, der nicht mehr Mann oder Frau sei, sondern abwechselnd männliche und weibliche Rollen spiele. Je mehr die Differenz zwischen den Geschlechtern neutralisiert würde, desto mehr schwinde die Freude, das Leben an eine neue Generation weiterzugeben.

Der EAD entstand 1993 aus Protest gegen Bestrebungen der rheinischen Kirche, homosexuelle Paare zu segnen. Er ist ein Netzwerk bekenntnistreuer Gruppen und Gemeinden.

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