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Südafrika: Jeder zweite Schüler vergewaltigt
(30. Juli 2008/fa.) – Eine Umfrage unter südafrikanischen Schülern dokumentiert eine schreckliche Realität: Fast jeder zweite Schüler berichtet von Vergewaltigungen.
In Südafrika wird sexuelle Gewalt zu einem Massenphänomen. Gemäss einem Bericht von „Spiegel online“ sind 40 Prozent der Schüler schon einmal vergewaltigt worden. Das Problem schwelt seit Jahren. Die Regierung findet kein Rezept dagegen. Die Zahlen ans Licht brachte eine Umfrage der Organisation CIET Trust. 44 Prozent aller Jugendlichen unter 18 Jahren gaben an, bereits mindestens vergewaltigt worden zu sein. Die Umfrageergebnisse wurden im „International Journal for Equity in Health“ veröffentlicht.
In 20 Prozent aller Fälle gaben die Opfer an, der Täter sei ein Lehrer gewesen. Weitere 28 Prozent wurden von Mitschülern gezwungen, 18 Prozent von einem erwachsenen Familienmitglied und weitere 28 Prozent von Tätern, die weder zur Familie noch zum Lehrpersonal zählten.
Das Problem der Gewalt ist in Südafrika überdurchschnittlich gross. Bei einer Befragung berichteten 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer von häuslicher Gewalt. Aids ist weit verbreitet, die Vergewaltigungsrate zählt zu den höchsten in der Welt. 2006 wurden mehr als 52.000 Fälle angezeigt. Die Dunkelziffer gilt als weit höher.
Erzwungener Sex mit männlichen Jugendlichen galt bis zu einer Gesetzesänderung im Jahr 2007 in Südafrika nicht als Vergewaltigung, sondern wurde höchstens als unzüchtiges Verhalten geahndet. Für das vergangene Jahr veröffentlichte die Polizei wegen der Gesetzesänderung nur die Anzeigen von April bis Dezember 2007, die bei 36.190 Fällen oder im Schnitt 131 Fällen pro Tag lag. Mit einer Verurteilung müssen nach Medienberichten nur fünf Prozent der Täter rechnen.
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