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Saudi-Arabien will ausländische Christen ausweisen
(06. August 2008/idea) – Aus Saudi-Arabien sollen 15 ausländische Christen ausgewiesen werden. Sie waren bereits Ende April bei einer Razzia vorläufig festgenommen und verhört worden.
Nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation International Christian Concern (ICC/Washington) drangen am 25. April zwölf Sicherheitsbeamte in ein Gebetstreffen ein, zwangen die 16 Teilnehmer, ihre Aufenthaltserlaubnisse und Handys abzugeben und beschlagnahmten unter anderem 20 Bibeln, etliche christliche Bücher und eine Geldkassette mit umgerechnet 84 Euro.
Zunächst habe man den Festgenommen vorgeworfen, sie hätten gepredigt und gesungen, später habe man sie beschuldigt, eine Tanzparty abgehalten und Geld für Terrorismus gesammelt zu haben. Auf der Polizeistation habe man sie Protokolle auf Arabisch unterzeichnen lassen, die sie nicht lesen konnten. Nach drei Tagen habe man sie wieder auf freien Fuss gesetzt. Einer der Festgenommenen habe aus freien Stücken das Land verlassen; die anderen sollten Anfang August deportiert werden.
Laut ICC steht die Ausweisung im Kontrast zu Bemühungen des saudischen Königs Abdullah um Verständigung zwischen den Religionen. Er hatte unter anderem eine interreligiöse Konferenz angeregt, die Mitte Juli in Madrid (Spanien) stattfand. Saudi-Arabien gilt als das strengste islamische Land. Jedes christliche Symbol, der Kirchenbau sowie die Ausübung des christlichen Glaubens sind selbst in Privaträumen verboten.
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen der Religionspolizei und anderer Sicherheitskräfte gegen religiöse Minderheiten. Besonders betroffen sind die acht Millionen Gastarbeiter in dem 27 Millionen Einwohner zählenden Land. Darunter sind mehr als eine Million katholische Filipinos.
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