Christliche Demonstranten in Peking abgeführt
(08. August 2008/idea) – Einen Tag vor Beginn der Olympischen Spiele sind drei Christen aus den USA auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens von Sicherheitskräften entfernt worden. Sie wollten dort am 7. August mit einer Gebetswache auf Einschränkungen der Religionsfreiheit in der Volksrepublik aufmerksam machen.
Polizisten in Zivil unterbrachen eine improvisierte Pressekonferenz mit dem Direktor der Christlichen Verteidigungs-Koalition, Patrick Mahoney (Washington). Die Sicherheitskräfte verdeckten Kameras und Mikrophone und führten die Christen ab.
Mahoney sagte, seine Mitstreiter und er wollten jenen Chinesen eine Stimme geben, die wegen ihres Glaubens eingesperrt seien. Ausserdem wollte man friedlich beten.
Nach Angaben des Direktors des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), sind zurzeit in China rund 2.000 Leiter staatlich nicht anerkannter Hausgemeinden in Haft. Der US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit zufolge sind allein im vergangenen Jahr annähernd 700 protestantische Pastoren aus Hauskirchen festgenommen worden.
Unterdessen hat US-Präsident George W. Bush während seiner Reise zu den Olympischen Spielen die Inhaftierung von politischen Dissidenten und Gläubigen in der Volksrepublik kritisiert. In einer Rede in der thailändischen Hauptstadt Bangkok, die vom Weissen Haus vorab veröffentlicht wurde, betonte Bush am 7. August, dass auch den Bürgern Chinas die fundamentalen Freiheitsrechte zustünden.
„Ich habe deutlich, offen und anhaltend mit den politischen Führern Chinas über Religionsfreiheit und Menschenrechte gesprochen“, heisst es in Bushs Redetext. Wiederholt habe er politische Dissidenten sowie Aktivisten für Menschenrechte und Religionsfreiheit empfangen. Er halte es für einen Fehler, Menschen nicht zu erlauben, sich frei und ungehindert zu Gottesdiensten zu versammeln. Bush nimmt am 8. August in Peking an der Eröffnung der Olympischen Spiele teil, schaut beim Basketballspiel zwischen China und den USA zu und besucht am Sonntag einen Gottesdienst in Peking. Danach trifft er mit Chinas Staatspräsident Hu Jintao zusammen.
Die Pekinger Regierung hat unterdessen Bushs Kritik zurückgewiesen. „Chinesische Bürger geniessen Religionsfreiheit. Das ist eine unbestreitbare Tatsache“, erklärte ein Sprecher des Aussenministeriums. Chinas Regierung weise jede Einmischung in innere Angelegenheiten zurück, auch wenn dazu Menschenrechte, Religion und andere Themen herangezogen würden.
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