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Lakeland-Revival vor dem Ende

(14. August 2008/rh./idea) – Die Tageszeitung von Lakeland/Florida „The Ledger“ meldet, die Trennung Todd Bentleys von seiner Frau Shonnah. Der Prediger will seinen Dienst in Lakeland beenden.

Seit dem 2. April ist Lakeland in Florida das Ziel von Tausenden. Sie wollen sich dem Einfluss des Kanadiers Todd Bentley aussetzen und die “Erweckung” miterleben. Jetzt scheint die Welle zu stoppen. Am 11. August informierte Todd Bentley seine Mitarbeiter über die Trennung von seiner Frau. Die Bentleys haben drei Kinder. Shonnah Bentley ist bereits nach Kanada zurückgereist. Todd will noch diese Woche zurückkehren.

Unter dem Wirken Bentleys war es in einer Lakelander Pfingstkirche zu ausserordentlichen Phänomenen gekommen. Die Rede war von einer Erweckung, die von Zehntausenden besucht wurde. Die einsetzende Kritik zeigte, dass viele der behaupteten Krankenheilungen und Totenauferweckungen nicht bestätigt werden können.

Todd Bentley war auf Einladung von Pastor Stephen Strader in der Ingnited Church in Lakeland. Bentley trat zweimal täglich auf und die Veranstaltungen wurden über Internet und den Internet-TV-Anbieter God TV live übertragen. Dadurch wurde Lakeland fast über Nacht über Christen weltweit bekannt und bekannt gemacht.

Nicht nur aus den USA, sondern aus vielen Ländern der Welt, kamen Besucher, um die Ereignisse in Lakeland mitzuerleben, es waren bis zu zehntausend pro Veranstaltung.

Doch Todd Bentley spaltete die Meinungen bis hinein in die Pfingstkirchen. Selbst in der „Prophetenbewegung“, der „New Apostolic Reformation“, von Peter Wagner rumort es nun. Die ersten Mitglieder sind ausgetreten, nachdem Wagner Bentleys Revival öffentlich empfohlen und eine eigentliche Einsetzungsfeier für ihn organisiert hat.

Eine der grössten Pfingstkirchen in den USA, die Assemblies of God (Versammlungen Gottes), erhielt so viele kritische Anfragen, dass sie Richtlinien zur Beurteilung von Erweckungen veröffentlichte. Darin schreibt Generalsuperintendent George O. Wood (Springfield): „Wunder sind nie ein Beweis für eine echte Erneuerung – die Treue zum Wort Gottes ist vielmehr der Test.“ Weiter meint er: „Jesus selbst sagte, dass viele in seinem Namen Wunder tun und sogar Dämonen austreiben werden, aber er kennt sie nicht.“

Der manchmal eher wie ein Wrestling-Star, denn wie ein Evangelist agierende Bentley machte Aussagen über Wunderheilungen und selbst Totenauferstehungen, die der Überprüfung nicht standhielten.

Inzwischen tauchen immer mehr Fragen auf. Der Pastor der Ingnited Church, Stephen Strader, ist der Bruder von Dan Strader. Dieser sitzt im Gefängnis, nachdem er sich Millionen erschwindelt hat von Mitgliedern aus der Gemeinde seines Vaters. Bestehen hier Parallelen? Mit Vermutungen und Verurteilen sollte man in jedem Fall vorsichtig sein. Doch wenn einer im Namen Gottes auftritt und weltweite Beachtung sucht, ist seine Verantwortung entsprechend höher.

Scharf geht der Redakteur der Zeitschrift Charisma, J. Lee Grady (Lake Mary/Florida), mit den Begleiterscheinungen der Lakeland-Erweckung ins Gericht. Bentley habe es an Glaubwürdigkeit und seinen Fans an der Gabe der Unterscheidung der Geister gemangelt, schreibt er in einem Kommentar. Viele Christen seien geistlich „hungrig“ und würden dann „alles essen“, so Grady. „Viele von uns schauen sich lieber eine lautstarke Demonstration von Wundern an, statt in der Stille die Bibel zu studieren.“ Dies sei ein Zeichen geistlicher Unreife. Grady kritisiert auch, dass führende Evangelikale der USA unter Leitung des Gemeindewachstumsexperten Peter C. Wagner (Colorado Springs/Bundesstaat Colorado), Bentley am 23. Juni öffentlich ordiniert hätten. Besser wäre es gewesen, so Grady, mit Bentley in einem Hinterzimmer über seine persönlichen Probleme zu sprechen.

Grady, Redakteur beim "Charisma Magazine" schreibt Klartext: "Wahre Erweckung wird von Zerbruch, Demut, Gottesfurcht und Busse begleitet sein – und nicht von Arroganz, Selbstdarstellung, Effekthascherei und substanzlosem Starrummel, wie man dies in Lakeland erlebt hat."

Wie "idea" schreibt, hat Nordamerika in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrere spektakuläre, wenngleich kurzlebige Erweckungen erlebt. In Florida bekannten ab 1995 in einer Pfingstgemeinde von Brownsville nahe Pensacola Gottesdienstbesucher ihre Sünden und erneuerten durch Busse und Seelsorge ihr Leben. Mehr als drei Millionen Christen - vor allem aus den USA, aber auch aus Übersee - informierten sich vor Ort über das Phänomen. Zehn Jahre später war die Gemeinde gespalten, auf 400 Mitglieder geschrumpft, und kämpfte um ihr Überleben.

Mit ähnlichen Erscheinungen wie in Lakeland – Umfallen, Zittern, unkontrolliertem Lachen und Schreien von Zuschauern – breitete sich ab 1994 der sogenannte Toronto-Segen von der kanadischen Gemeinde Toronto Airport Christian Fellowship (Christliche Gemeinschaft am Flughafen Toronto) weltweit aus. Die als „Manifestationen des Heiligen Geistes“ bezeichneten Wirkungen zeigten sich auch in charismatischen und pfingstkirchlichen Gemeinden in Deutschland und der Schweiz. Nach wenigen Jahren ebbte die Bewegung jedoch ab.

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