In Deutschland stieg die Geburtenzahl
(21. August 2008/idea) – Die Zahl der Geburten in Deutschland hat im vergangenen Jahr leicht zugenommen.
685.000 Jungen und Mädchen erblickten das Licht der Welt, etwa 12.000 mehr als 2006. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau stieg von 1,33 auf 1,37 und wuchs damit erstmals seit 2004 wieder.
Diese Zahlen gab das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) am 20. August bekannt. Deutschland hat aber nach wie vor eine der niedrigsten Geburtenraten in Europa. Dem Bundesamt zufolge ging die durchschnittliche Zahl der Geburten bei jüngeren Frauen auch 2007 zurück, während sie bei den Frauen ab Ende 20 zunahm. Besonders ausgeprägt sei das Geburtenplus bei den 33- bis 37-Jährigen.
„Das scheint darauf zu deuten, dass sich die Perspektiven für diese Frauen, die schon im Berufsleben stehen, verbessern“, erklärte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Sie begrüsste den Geburtenanstieg. Bund, Länder und Gemeinden müssten Hand in Hand mit der Wirtschaft daran arbeiten, dass junge Eltern eine Chance hätten, Familie und Beruf zu vereinbaren. Der Ausbau der Kinderbetreuung, das Elterngeld und auch das Kindergeld, das erhöht werden soll, schaffen aus Sicht der Ministerin bessere Rahmenbedingungen für Familien. Unverzichtbar sei aber auch die positive gesellschaftliche Diskussion über ein Leben mit Kindern.
Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), hält die Freude der Ministerin für unbegründet. Trotz des leichten Anstiegs sei nicht einmal der Geburtenstand von 2004 erreicht worden, erklärte er gegenüber idea. Ausserdem werde verschwiegen, dass es 2006 einen absoluten Tiefstand bei den Geburten gegeben habe. Das leichte Plus sei auf Mitnahmeeffekte Besserverdienender zurückzuführen, die auf die Einführung des Elterngelds gewartet hätten. Man brauche wenig prophetische Gabe, um vorherzusagen, dass es 2008 und 2009 keine Fortsetzung des Geburtenanstiegs geben werde. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind laut Steeb 800 Kinder weniger geboren worden als im Vergleichszeitraum 2007.
Das Plus an Geburten im vergangenen Jahr sei ein Scheinerfolg und gleiche „in der furchtbaren demografischen Talfahrt einem kleinen Tritt aufs Bremspedal, bevor es dann im gleichen Tempo weiter dem Abgrund zugeht“. Die sogenannte Familienpolitik der Bundesregierung sei gescheitert und ändere nichts am Aussterben Deutschlands. Die Deutsche Evangelische Allianz repräsentiert rund 1,3 Millionen Evangelikale in Landes- und Freikirchen.
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