Brasilien: Staat bezahlt Geschlechtsumwandlungen
(25. August 2008/fa.) - Operationen zur Veränderung des Geschlechts sind in Brasilien ab sofort für den Patienten kostenlos, wie „Brazzil Mag“ berichtet. Obwohl religiöse Gruppierungen protestiert hatten, hat die Regierung den Gerichtsentscheid, der vor einem Jahr gefallen war, nicht angefochten.
Wie die Agentur "kath.net" meldet, hat das brasilianische Bundesgericht beschlossen, die operative Geschlechtsumwandlung als „Recht“ anzuerkennen. Potentielle Patienten müssen über 21 sein und eine zweijährige psychologische Beratung durchlaufen haben, die staatlich und auf Gemeindeebene durchgeführt wird. Die ersten Gratis-Operationen werde es demnach 2010 geben.
Das brasilianische Gesundheitsministerium schätzt, dass Einer von 10.000 Brasilianern einen solchen kostenlosen Eingriff in Anspruch nehmen wird. Bis anhin würden rund 300 Umwandlungen jährlich in privaten Kliniken vorgenommen, die dafür je rund 2.500 US-Dollar kassierten.
"Das Gesundheitsministerium definiert die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität als entscheidend und bedingend für die gesundheitliche Situation, nicht nur weil sie spezifische sexuelle und soziale Praxis mit sich bringt, sondern auch, weil sie Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transvestiten und Transsexuelle einem Schaden aussetzt aufgrund von Stigmatisierung, diskriminierenden und ausgrenzenden Handlungen, die ihre Menschenrechte verletzen, darunter das Recht auf Gesundheit, Würde und Nicht-Diskriminierung", heisst es in einem Papier des Ministeriums.
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