Baby im Mülleimer
(03. September 2008/rh.) - Inmitten von Speiseresten lag die Leiche eines Neugeborenen, in ein Handtuch gewickelt. Diesen grausigen Fund machten die Mitarbeiter einer Abfallverwertungsfirma.
Die 29-jährige Mutter des toten Jungen ist geständig, dass sie das Kind auf der Toilette ihres Arbeitgebers zur Welt gebracht – und anschliessend in den Biomüll geworfen hat.
In ihrem Geständnis gab die Frau an, dass das Baby bereits nach der Geburt am 17. August tot gewesen sei. Eine vorläufige Obduktion ergab allerdings, dass es sich um ein vollständig entwickeltes, lebensfähiges Kind gehandelt habe, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund. Ob die Mutter das Kind getötet hat oder ob es erst in der Biotonne gestorben ist, lasse sich wegen des fortgeschrittenen Verwesungszustands nicht feststellen.
Die Mutter wird nun wegen des Verdachts auf Totschlag der Ermittlungsrichterin vorgeführt. Die verheiratete Frau hat bereits drei Kinder im Alter von neun, sieben und sechs Jahren. Als Tatmotiv gelten Eheprobleme, die Frau lebt getrennt von ihrem Mann. Ihre erneute Schwangerschaft hatte sie demnach bis zuletzt ihrem Umfeld verheimlicht. Wer der Vater ist, steht nicht fest.
Angesichts dieser Tat und der Not der Mutter, hätte das Angebot sogenannter „Babyklappen“ eine echte Hilfe sein können. Solche Einrichtungen nehmen Babys anonym auf, versorgen sie und nach einer Übergangszeit, in der die Mutter ihre Rechte wahrnehmen kann, werden sie zur Adoption freigegeben. Eigentlich unverständlich, warum gegen diese „Babyklappen“ immer wieder kritisch vorgegangen wird.
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