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Germanische Naturmythologie hat Zulauf
(03. September 2008/tl.) - In Dänemark hat eine neuheidnische Glaubensgemeinschaft offizielle staatliche Anerkennung erfahren und erhält eine eigene Begräbnisstätte.
(tl.) In der drittgrössten Stadt Dänemarks, Odense, hat eine Gemeinde des altgermanischen Wikingerglaubens die Genehmigung zur Einrichtung einer eigenen Begräbnisstätte erhalten. Davon berichtet die Berliner Tageszeitung «Der Tagesspiegel». Die «Asatrogemeinde» wird jetzt, nach der Anerkennung durch das dänische Kirchenministerium, auf dem Friedhof der Stadt mit grossen Steinen die Form eines Wikingerschiffes nachbilden und so ein Gräberfeld gestalten.
Der heidnische Glaube der Wikinger an die Germanengötter Thor, Odin und Loke findet in Dänemark Zulauf. Es gibt mehrere Dutzend verschiedener neuheidnischer Glaubensgemeinschaften, die sich auf die alte Wikingerreligion berufen. Im Jahr 2003 wurde die grösste neuheidnische Gemeinde Dänemarks, Forn Sidr, vom Staat offiziell anerkannt. Seither hat sich deren Mitgliederzahl verdreifacht. Allein diese Gemeinde von Odin-Anbetern hat inzwischen 600 Mitglieder.
Der altgermanische Wikingerglauben findet auch bei Satanisten und bei Neonazis grossen Anklang. Diese Odin-Religion hat starke naturmystische Elemente und hatte bereits mit dem Aufkommen der Romantik und dann wieder in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts Anhän- ger gefunden. Der Begräbnisbeauftragte der Asatrogemeinde, Sören Fisker, hofft, dass auch andere dänische Städte und Gemeinden dem Beispiel von Odense folgen und Grabstätten für Gemeinden von Odin-Gläubigen zulassen. Grössere christliche Friedhöfe sollten Flächen für Anhänger des alten Wikingerglaubens abtreten, fordert Sören Fisker.
Der Glauben an die Götter der Germanen war in Dänemark verdrängt worden, als das Land vor 1000 Jahren in der Zeit von König Harald christianisiert wurde. Es ist zum ersten Mal seit jener Zeit, dass der Wikingerglaube staatliche Anerkennung erfährt. Dänemark ist protestantisch geprägt. Moslems bilden, noch vor den Katholiken, die grösste religiöse Minderheit.
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