Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Kritik an Gender-Mainstream Vorstoss der EU

(12. September 2008/fa.) – Spülende Hausfrauen sollen aus der Werbung verbannt werden. Das sieht eine Inititative des Europaparlaments vor. Gegen diesen Antrag, mit dem das Geschlechter-Leitbild des so genannten  Gender-Mainstream umgesetzt werden soll, wenden sich Vertreter der Werbewirtschaft.

Die EU-Initiative will mit dem Antrag „klischeehafte Darstellungen“ in der Werbung unterbinden. Sie geht auf die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende im EU-Ausschuss zur Gleichstellung der Geschlechter, Eva-Britt Svensson zurück. Sie ist auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke.

Der Antrag beruht auf dem Geschlechterbild des Gender-Mainstream und will dieses in der praktischen Politik umsetzen. Es geht davon aus, dass die Unterschiedlichkeit der Geschlechter nur auf sozialen Prägungen beruht. In der Gesellschaft soll diese Sicht zum Konsens werden, zur allgemeingültigen Sichtweise und Praxis, deshalb der Begriff „Mainstream“.

Vertreter der Werbewirtschaft kritisierten den EU-Vorstoss. Wer das Bild einer spülenden Frau für eine diskriminierende Darstellung halte, „der diskriminiert damit doch auch eine Frau, die diese Aufgabe in der Familie bewusst übernommen hat“, meinte Wolfram Heidenreich, Geschäftsführer der Werbeagentur „Buttgereit und Heidenreich“.

Er erklärte auf Anfrage einer Nachrichtenagentur, die Werbung bediene sich nicht zufällig tradierter Rollenbilder, „sondern nur deshalb, weil sich Menschen darin wieder finden und angesprochen fühlen“. Die in Haltern am See im Münsterland ansässige Agentur betreut zahlreiche christliche Unternehmen und Projekte wie zum Beispiel ProChrist, den Evangeliumsrundfunk (ERF)und Brot für die Welt.
 

Eine Diskussion über die vermittelten Rollenbilder in der Werbung hält er zwar für sinnvoll, gibt aber zu bedenken: „Ob einzig das Weltbild der Gender-Mainstreaming-Verfechter dabei Maßstab sein sollte und sogar zu EU-Gesetzen führt, lässt sich hoffentlich in einer ideologisch ausgewogenen Diskussion verhindern.“

Ähnlich sieht es auch der Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft, Volker Nickel (Berlin). Wie er gegenüber dem Informationsdienst pressetext.de sagte, müssten sich die Firmen an ihre Kunden und Verwender richten, sonst gingen sie Pleite. „Solange Spülmittel überwiegend von Frauen eingekauft werden, muss sich doch die Werbung an sie wenden dürfen“, so Nickel.



zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben