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Britische Akademie für Schöpfungslehre

(12. September 2008/idea) – Ein Biologe an der britischen Akademie der Wissenschaften hat sich dafür ausgesprochen, dass die Schöpfungslehre (Kreationismus) neben der Evolution an Schulen behandelt werden sollte.

Der Biologe und Theologe Michael Reiss, Bildungsdirektor der Royal Society (Königliche Gesellschaft), sagte bei einer Tagung in Liverpool, der Kreationismus solle in naturwissenschaftlichen Fächern als legitime Anschauung gelehrt werden.
Etwa zehn Prozent aller Schüler glaubten den Schöpfungsberichten der Bibel oder des Koran. Es wäre falsch, ihre Ansichten als fehlgeleitet zu verwerfen; besser wäre es, so Reiss, den Kreationismus als Weltanschauung ernstzunehmen. Der Bildungsdirektor ist auch Pfarrer der anglikanischen Kirche von England. 

Die Wissenschaftsakademie, zu der der Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin (1809-1882), gehörte, teilte im Grundsatz die Ansicht von Reiss. Nach Angaben der Londoner Zeitung "Times" hat die Akademie damit eine Wende vollzogen; noch im vorigen Jahr habe sie in einem Offenen Brief die Ansicht vertreten, dass der Schöpfungslehre kein Platz im naturwissenschaftlichen Schulunterricht gebühre. Jetzt erklärte die Gesellschaft, ihr Präsident, Lord Rees, sei der Meinung, dass Lehrer in der Lage sein müssten, unterschiedliche Wissenschaftstheorien darzustellen und zu erklären, „warum Evolution eine gesunde naturwissenschaftliche Theorie ist und warum der Kreationismus das nicht ist“.

Der "Times" zufolge stellen sich Reiss und die Wissenschaftsakademie, zu der 21 Nobelpreisträger gehören, gegen die Regierung und andere Naturwissenschaftler. In staatlichen Lehrplanrichtlinien heisse es, dass der Kreationismus nichts in naturwissenschaftlichen Schulfächern zu suchen habe. Wenn Eltern und Schüler auf einer Behandlung der Schöpfungslehre bestünden, sollte dies im Religionsunterricht geschehen. 

Widerspruch erhielt Reiss auch von Naturwissenschaftlern, die die Behandlung des Kreationismus auf den Religionsunterricht beschränken wollen. Der Londoner Entwicklungsbiologe und Mediziner Prof. Lewis Wolpert sagte, die Schöpfungslehre gründe auf Glauben und habe nichts mit Naturwissenschaft zu tun.

Ähnlich äusserte sich der Physiker John Fry (Liverpool). Der Kreationismus sei eine Weltanschauung, die jede wissenschaftliche Erkenntnis leugne. Eine andere Ansicht vertrat der Biologe Prof. John Bryant (Exeter). Nach seiner Ansicht sollte der Kreationismus als alternative Erklärungsform für den Ursprung des Menschen und der Natur diskutiert werden, wenn die Schulklasse dafür reif sei und die nötige Zeit zur Verfügung stehe. Allerdings sollte man die Schöpfungslehre nicht auf dieselbe Stufe stellen wie die Evolution.



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